
Lage. Am Parkplatz Werreanger wird derzeit nicht nur der Asphalt ausgebessert, sondern auch die Geduld der Verkehrsteilnehmer auf Belastbarkeit getestet. Ein großer Teil des Parkraumes ist gesperrt, Parkplätze entsprechend knapp – und ohne exakte Verkehrsführung macht es dort schneller „Bumms“ als im Physikunterricht der siebten Klasse.
Eine exakte Verkehrsführung ist aber nicht deutlich ersichtlich. Richtig klar ist nur, was ich nicht tun darf: Die Rettungsgasse und die Zuwegung für Lieferfahrzeuge benutzen oder gar parkend zustellen.
Praktisch scheint die Verkehrsführung so entweder ziemlich undurchschaubar, oder sie wird von manchen Autofahrern konsequent ignoriert. Neue Regeln werden hier offenbar als unverbindlicher Vorschlag verstanden – frei nach dem Motto: Schilder sind was für andere.
Fest steht: Ab sofort existiert nur noch eine Ein- und Ausfahrt, und die liegt an der Breiten Straße am HoT. Die aufgestellten Verkehrsschilder etwas weiter unten in Richtung Pivitsheider Straße sind eigentlich eindeutig: Keine Einfahrt mehr über die Zuwegung des Rettungswagens (der möchte im Ernstfall bitte allein bleiben) und kein Befahren des Schulhofs ohne Sonderberechtigung. Das Rest-Areal in der Nähe des Marktkauf-Kreisels wirkt hingegen wie der Escape-Room der Stadtbücherei.
Nicht einmal Insider wissen richtig Bescheid. Beide Schulen erklärten am Dienstag einstimmig, dass sie von der neuen Verkehrsregelung keinerlei Kenntnis hätten. Die Hausmeister erst recht nicht. Offenbar galt auf städtischer Seite das bewährte Prinzip: „Tue was Richtiges, aber rede nicht drüber!“ Wer trotzdem informiert ist, ist klar im Vorteil – alle anderen dürfen raten.
Abgerundet wird das Puzzle durch eine Einfahrt in der Nähe des Marktkauf-Kreisels, die man nur mit Adleraugen und viel Ortskenntnis findet. Wer vom Kreisel kommt, hat kaum eine Chance, das „Drive in“ rechtzeitig zu entdecken. Und selbst wenn er das schaffen sollte, hat er nichts gewonnen: Um nach links abzubiegen, müsste er einen doppelten weißen Streifen überqueren – was verkehrsrechtlich ungefähr so erlaubt ist wie eine Geisterfahrt-Spritztour auf der Autobahn.
Die einzig regelkonforme Lösung lautet daher: Weiterfahren bis zum nächsten Kreisel (Pivitsheider Straße), mit einer 180-Grad-Kehre einmal elegant drum herum, und dann artig nach rechts in die erlaubte, aber nicht angezeigte Einfahrt abbiegen. Und sich gleich am Anfang schon die Frage beantworten: »geradeaus oder rechts ab?« Kurz gesagt: Der Parkplatz Werreanger ist aktuell weniger Parkplatz und mehr Verkehrspuzzle – mit dem Schwierigkeitsgrad „für Fortgeschrittene“.
Könnte man im erlaubten Park-Areal nicht ein paar Führungslinien aufmalen? Vorschlag: geradeaus und dann rechts um den Pudding herum. Einbahnstraßenmäßig – das wäre doch was.




