Zum traditionellen Neujahrsempfang konnte der frischgebackene CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Pierre Glang (links) den Fraktionsvorsitzenden Julian Geber (Mitte) und Landrat Meinolf Haase als Redner gewinnen. Foto: Reiner Toppmöller

Kreis Lippe/Kalletal-Langenholzhausen. Traditionell lädt die CDU Kalletal am Jahresanfang zum Neujahrsempfang mit Schinkenessen ein. In diesem Jahr ging es bei dem Treffen in der „Lippischen Rose“ in Langenholzhausen etwas ruhiger zu als im vergangenen Wahljahr.


Neben dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Cajus Caesar, dem Bad Salzufler Bürgermeister Dirk Tolkemitt und dem CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Steven Grimshaw konnte der neue Verbandsvorsitzende Pierre Glang auch Landrat Meinolf Haase begrüßen. Der berichtete nicht nur über seine ersten rund 100 Tage im neuen Amt, sondern sprach auch über die gesundheitliche Versorgung in Lippe und dem Kalletal.

Es sei richtig gewesen, am Klinikstandort Lemgo festzuhalten. Jetzt ginge es darum, den Standort zu stärken, sagte der Landrat. Dies habe er auch gerade den Mitarbeitern in Lemgo vermittelt, die er einen Tag zuvor besucht habe.

Mit Rückblick auf den Jahresempfang 2025 sagte er: „Da gab es ein Bild mit fast allen nordlippischen Bürgermeistern, die sich damals, bis auf den Kalletaler Bürgermeister, für das Klinikum stark gemacht haben.“ Was ihn zum Kalletaler MVZ führte.

„Für die Versorgung der Bevölkerung mit Hausärzten ist in Deutschland die Kassenärztliche Vereinigung zuständig. Natürlich kann man sich auch auf kommunaler Ebene darum kümmern. Aber man muss wissen, dass damit ein hohes finanzielles Risiko verbunden ist. Man muss dies dann aber auch mit Augenmaß angehen und mit den Ärzten vor Ort abstimmen. Der Kreis wird sich dort auf jeden Fall nicht engagieren. Insofern halte ich die Idee der Städte Lage, Lemgo und Bad Salzuflen, sich dieses Themas zusammen mit dem DRK anzunehmen, für richtig.“

Kurz ging er auch auf die neuste politische Entwicklung im Kreis ein, bei der die SPD aus seiner Sicht plötzlich und unerwartet die Koalitionsgespräche mit der CDU abgebrochen habe. „Ich hatte eigentlich einen guten Eindruck von den Gesprächen. Es gab Papiere von beiden Seiten, über die man doch reden kann. Besonders die Angriffe der SPD in dieser Sache gegen mich haben mich schon sehr getroffen. Ich bin nicht verantwortlich für Koalitionsgespräche, ich bin Landrat für alle Lipper“, so Meinolf Haase.

Julian Gerber, Fraktionsvorsitzender der CDU im Kalletaler Rat, begann seinen Vortrag mit dem MVZ. Die Diskussion darum sei eine starke Belastung für alle Fraktionsmitglieder gewesen, alle seien starken persönlichen Angriffen ausgesetzt gewesen, sagte er.

„Von Anfang an sind alle vorgelegten Zahlen falsch gewesen. Das können wir nachweisen und zeigt, dass wir Recht hatten. Wir haben die gesamte Zeit über konkrete Vorschläge zum MVZ gemacht. Diese wurden aber vom Bürgermeister und der Geschäftsführerin nicht gewollt. In das MVZ sind jetzt schon rund eine Million liquide Mittel, unter anderem aus Fördergeldern und Darlehen, in die GmbH geflossen. Das Schweigen des Bürgermeisters hierzu, aber auch zu den angesprochenen persönlichen Angriffen gegen Ratsmitglieder, ist ohrenbetäubend“, so Julian Gerber.

Mit der Zustimmung zum Haushalt habe die Fraktion der Verwaltung in diesem Jahr einen Vertrauensvorschuss gegeben. In Zukunft wolle man aber aktiv gestalten, wozu auch ein Blick auf die nach seinen Aussagen nicht besonders ambitionierte Verwaltung gehöre. Dies, so Gerber, sei kein Misstrauen gegen einzelne Mitarbeiter, sondern die Folge des Amtsstils des Bürgermeisters.