Symbolbild. Foto: Adobe Stock

Gütersloh. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ruft die Beschäftigten der Firma Marten in Gütersloh (Zur Mühlen Gruppe / Tönnies Premium Food Group) am Donnerstag, 19. Februar, zu einem Warnstreik auf.


Der Ausstand soll um 5.30 Uhr beginnen und bis zum Ende der Frühschicht am Nachmittag andauern. Im Laufe des Vormittags würden die Beschäftigten den Betrieb geschlossen verlassen, teilt die NGG mit.

Hintergrund sei die zweite Tarifverhandlung zum Entgelttarifvertrag, die nach nur rund 40 Minuten beendet worden sei. Die Arbeitgeberseite fordere eine Nullrunde sowie Verhandlungen über die Absenkung bestehender Besitzstände. Begründet worden sei dies mit den Mehrkosten durch die gesetzliche Erhöhung des Mindestlohns, die „gegenfinanziert“ werden müssten. Für die NGG sei dieses Vorgehen inakzeptabel.

„Tariflich erkämpfte Besitzstände zur Finanzierung gesetzlicher Mindestlohnerhöhungen opfern zu sollen, ist ein klarer Tabubruch. Mindestlohn darf nicht zur Angleichung nach unten missbraucht werden“, erklärt Thorsten Kleile, Geschäftsführer der NGG-Region OWL.

Allein im vergangenen Jahr hätten die Beschäftigten bei Marten mehr als 20.000 freiwillige Überstunden geleistet. Flexibilität und Mehrarbeit seien selbstverständlich eingefordert worden, nun solle ausgerechnet diese Belegschaft die Kosten steigender gesetzlicher Standards tragen.

Die Gewerkschaft sieht zudem ein konzernweites Muster: So seien zum Beispiel auch in Betrieben der Zur-Mühlen-Gruppe in Satrup, Böklund, TFB Nortrup, TFB Versmold und Suhl Nullrunden gefordert worden. Für die NGG sei dies Ausdruck einer strategischen Linie des Konzerns.

Die Forderung der NGG für Marten Gütersloh laute daher: ein tariflicher Abstand von mindestens 0,50 Euro zum gesetzlichen Mindestlohn (14,40 Euro) in der untersten Entgeltgruppe – rund elf Prozent – sowie eine entsprechende prozentuale Anhebung aller Entgeltgruppen zur Sicherung der Tarifstruktur.

Der Warnstreik steht unter dem Motto „40 Minuten, null Respekt und null Wertschätzung“. Einen neuen Verhandlungstermin gebe es bisher noch nicht.