Marve macht schon was her: Wenn er dich anbellt, bleibst du besser stehen. Ob er selbst oder einer seiner vierbeinigen Kollegen die jugendlichen Verkehrsgefährder an der Stukenbrocker Straße gestellt hat, wissen wir nicht. Aber dass so ein Polizeihund Respekt einflöst, wenn er ins Jagdfieber gerät, kann man sich gut vorstellen. Foto: Polizei

Oerlinghausen. Auf der Stukenbrocker Straße spielt sich seit Wochen ein Drama ab, das irgendwo zwischen Actionfilm und Supermarkt-Satire angesiedelt ist. Unbekannte haben wiederholt Gegenstände auf der Fahrbahn verteilt. Man munkelt, die Straße sei zeitweise dekoriert gewesen wie ein moderner Kunstparcours mit dem Titel: „Verkehrswende – aber falsch verstanden“.


Heute morgen – Donnerstag, 26. Februar, gegen 2.20 Uhr – kam es dann zum vorläufigen Höhepunkt der Saga: In aller Frühe wurden wieder mehrere Einkaufswagen auf der Straße platziert. Quer. Auf der Fahrbahn. Als hätten ihre Schieber beschlossen, endlich aus dem Schatten des Parkplatzes herauszutreten und ihre Bestimmung als urbane Installationskünstler zu erfüllen.

Doch sie hatten ihre Rechnung ohne die Nachtschicht der Polizei gemacht.

Ein Beamter – unterwegs mit Diensthund – beobachtete Jugendliche bei der Tat. In diesem Moment wechselte die Szene abrupt von „Komödie im Supermarkt“ zu „Tierische Ermittler – jetzt wird gebellt“. Als die Jugendlichen den Beamten bemerkten, entschieden sie sich spontan für die olympische Disziplin „Synchron-Wegrennen“. Was sie offenbar unterschätzt hatten: Diensthunde rennen nicht nur schnell – sie kommentieren das Ganze auch lautstark.

Gemeinsam mit seinem vierbeinigen Kollegen nahm der Beamte die Verfolgung auf. Einer der Jugendlichen wurde in einem nahegelegenen Garten gestellt – genauer gesagt: professionell „verbellt“. Der 16-Jährige blieb körperlich unverletzt, dürfte aber akustisch nachhaltig beeindruckt gewesen sein.

Die Begegnung mit dem Diensthund zeigte offenbar Wirkung. Sagen wir so: Wenn man nachts um halb drei von einem hochmotivierten Polizeihund überzeugend darauf hingewiesen wird, dass Einkaufswagen nicht für nächtliche Straßensperren gedacht sind, überdenkt man womöglich sein kreatives Konzept.

Im weiteren Verlauf konnten auch die übrigen Beteiligten – insgesamt vier Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren aus einer Jugendeinrichtung in Augustdorf – ermittelt werden. Ob sie auch für die vorherigen „Einkaufswagen-Episoden“ verantwortlich sind, prüft nun das Verkehrskommissariat. Man darf gespannt sein, ob sich hier eine regelrechte „Wagen-Serie“ aufklärt.

Bis dahin bleibt festzuhalten:
Die Stukenbrocker Straße ist kein Drive-in.
Einkaufswagen sind keine Verkehrsschilder.
Und Diensthunde sind sehr überzeugende Gesprächspartner.