Viel brauchte sie nicht: Von dem Moment an, als Lisa Feller die Bühne betrat, war sie nicht mehr zu stoppen. Auch ohne Dekoration oder Requisiten zieht sie das Detmolder Publikum in ihren Bann. Foto: Robert Pairan

Detmold. Viel brauchte sie nicht: Von dem Moment an, als Lisa Feller die Bühne betrat, war sie nicht mehr zu stoppen. Auch ohne Dekoration oder Requisiten zog sie das Detmolder Publikum in ihren Bann.


Das durfte sich dann auch lautstark beteiligen, wenn es um das Mitsingen der bekanntesten Werbeslogans ging. Die brauchte man zur Vorbereitung für den Einkauf im Supermarkt: „Vor der Tiefkühltruhe sind alle gleich.“ Dabei liegt am Ende die Auswahl des Kassierers an der Art des eigenen Einkaufs: „Die eine kommentiert immer, was auf dem Band liegt. Wenn ich dann wieder Tampons geholt habe, gehe ich lieber woanders hin.“

Keine Sorge, Feller machte keine sexuellen Anspielungen, sie zeigte dort nicht mit dem Finger hin, sondern drückte mit aller Kraft mitten drauf. Da waren der eigenen Fantasie auch keine Grenzen gesetzt, wenn sie von den Bekannten erzählte, die auch ohne Hund ein Hundehalsband nutzen, oder der Freundin, die nach dem Einkauf bei der Dildoparty die Einkaufstüte in der Bäckerei hat liegenlassen.

Doch sie nahm sich selbst nicht raus, wenn sie sich vor dem Besuch im Freibad mit Bikini schon mal fragte, ob denn der Bauchnabel schon immer zwischen den Brüsten lag. „In einem Garten voller Rosen bin ich die Distel – wenn du dann aber ins Freibad kommst, merkst du: Rosen sind aus.“

Da gab es Jugenderinnerungen, die sie mit dem Publikum teilte, egal ob die Telefonzelle, Schlammbowle oder Schichtsalat: „Der musste nicht mal umgerührt werden, da konnte sogar ich plötzlich kochen.“

Ihre Show folgte nicht stringent einem großen Thema, es ging von „Höcksken auf Stöcksken“, wie das echte Leben eben so spielt. Dabei sind es die Dinge des alltäglichen Lebens, die sie in humorvoller Weise kommentierte, von der Uhr, die das Leben bestimmen will, bis zur Verwendung des Handys: „Ich fotografiere nur Speisekarten und ziehe die dann groß, wenn ich mal die Brille vergessen habe.“

Passieren nur Lisa Feller so lustige Dinge? Sie selbst ist davon überzeugt, dass wir alle so etwas täglich erleben, man müsse eben nur genauer hinsehen. Und schilderte gleich ihre Beobachtungen auf dem Supermarktparkplatz.

Nach der Show auf der Bühne gab es noch einmal Feller hautnah: Die Comedienne stand im Foyer für persönliche Autogrammwünsche, kurze Gespräche, Fotos und mehr zur Verfügung. Ein Fernsehstar zum Anfassen und nicht abgehoben.

„Schön für Dich“, wie der Titel des Programms anlässlich ihres 20-jährigen Bühnenjubiläums war? Zumindest sehr schön für die Besucherinnen in der fast vollständig ausverkauften Stadthalle. Allerdings waren außer dem Autor dieser Zeilen noch andere Männer im Publikum, deutlich in der Unterzahl, aber trotzdem genauso amüsiert. Einen Tipp hatte Feller auch noch für alle parat: „Humor verlängert das Leben und ist gesund und deshalb können sie die Eintrittskarte bei der Krankenkasse einreichen.“