
Blomberg. Wie funktioniert eigentlich Sport im Rollstuhl? Und wie fühlt es sich an, sich ohne Sehen im Raum zu orientieren? Antworten auf diese Fragen erhielten die Schüler der städtischen Sekundarschule Blomberg am Mittwoch, 25. März, beim Besuch des Inklusionsmobils, einer gemeinsamen Initiative des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), Rewe und der Aktion Mensch.
In jeweils zwei Doppelstunden konnten die Klassenstufen fünf bis zehn aktiv in die Welt des inklusiven Sports eintauchen und dabei vor allem eines erleben: Perspektivwechsel durch eigene Erfahrung.
Im Mittelpunkt standen praktische Übungen, bei denen die Kinder und Jugendlichen selbst aktiv wurden. Beim Rollstuhlsport absolvierten sie zunächst einen Parcours, um ein Gefühl für das Fahren zu entwickeln. Anschließend erprobten sie grundlegende Fahrtechniken sowie erste Ballübungen im Rollstuhlbasketball. Schnell wurde deutlich, wie viel Koordination, Kraft und Konzentration notwendig sind, um sich sicher im Rollstuhl zu bewegen und gleichzeitig ein Spiel zu gestalten.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Blinden- und Sehbehindertensport. In einem Blindenparcours waren die Teilnehmer auf die Anweisungen ihrer Partner angewiesen, Vertrauen und Kommunikation wurden dort zur entscheidenden Grundlage.
Ergänzend dazu lernten sie verschiedene Klingelbälle kennen und konnten mit Dunkel- und Simulationsbrillen ausprobieren, wie sich sportliche Aktivitäten mit Sehbeeinträchtigung anfühlen. Die Erfahrung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Fokus und gegenseitige Unterstützung in diesen Situationen sind.
Das Ziel des Projekts ist klar: Inklusion im Alltag erlebbar machen und langfristig verankern. Dass dort noch Handlungsbedarf besteht, zeigt ein Blick auf aktuelle Zahlen: Mehr als jeder zweite Mensch mit Beeinträchtigung treibt keinen Sport. Initiativen wie das Inklusionsmobil setzen genau an diesem Punkt an und möchten Barrieren abbauen sowie neue Zugänge schaffen.
Die Resonanz in Blomberg war durchweg positiv. Die Schüler zeigten große Begeisterung und fragten bereits während des Tages, ob ein solcher Besuch künftig regelmäßig stattfinden könne. Auch seitens der Schule besteht großes Interesse daran, inklusive Sportangebote nachhaltig in den Lehrplan zu integrieren und weiter auszubauen.
Das Inklusionsmobil tourt seit Anfang 2025 durch ganz Deutschland, um Begegnungen zu ermöglichen, über Sportmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung zu informieren und Impulse für neue inklusive Angebote zu geben.
Der Besuch in Blomberg hat eindrucksvoll gezeigt: Wer Inklusion selbst erlebt, versteht sie besser, und genau darin liegt der Schlüssel für mehr Teilhabe im Sport und darüber hinaus.



