
Gütersloh/Detmold/Kreis Lippe. Mit der Eigenproduktion „Hermann (fool on the hill)“ setzt das Theater Gütersloh zur Spielzeit 2026/2027 einen deutlichen Schwerpunkt. Das Stück von Christian Schäfer (unter seinem Künstlernamen Fink Kleidheu) gehört zu den Highlights des Programms und entsteht anlässlich des 150. Todestages des Hermannsdenkmal-Erbauers Ernst von Bandel (1800–1876).
Inszeniert wird die Uraufführung von Christian Schäfer, dem Künstlerischen Leiter des Hauses, mit Unterstützung durch das Förderprogramm Regionale Kulturpolitik des Landes.
Zu sehen ist die Produktion an mehreren Terminen: am Samstag, 19. September, Freitag, 25. September, sowie am Samstag, 26. September – letzterer Termin schließt mit einem Publikumsgespräch. Weitere Aufführungen folgen am Freitag, 5. März 2027, um 19.30 Uhr, sowie am Sonntag, 7. März 2027, um 16 Uhr, jeweils im Theatersaal.
Darum geht’s
Das Stück entwirft ein ebenso düsteres wie irritierendes Szenario: Der Teutoburger Wald in einer unbestimmten Zukunft, in der kein Mensch mehr am Leben ist. Selbst Hermann, Sinnbild nationaler Überhöhung, steht nicht mehr. Die apokalyptischen Reiter haben sein Denkmal vom Sockel geholt. Wo sich einst Besucher drängten, herrscht nun gähnende Leere. Nur einige Raben hüpfen noch über die zerborstenen Gliedmaßen des einst stolzen Kriegers.
Doch der Ort bleibt nicht verlassen. Untote Gestalten kehren ruhelos zurück, um zu begreifen, was geschehen ist. Allen voran Ernst von Bandel, der Erbauer des Denkmals, aus dessen fiktiven Träumen das Stück erzählt wird.
Der im Staub liegende Hermann war sein Lebenswerk, und genau dessen Zerstörung bildet das Zentrum eines unwirklichen Panoramas. Bald gerät eine auf Gräbern tanzende humanoide Cheruskertruppe unter dringenden Verdacht, ihren menschlichen Entwicklern den Todesstoß versetzt zu haben. Auch der Sturz des Hermanns geht, so die düstere Vermutung, auf ihr Konto.
Fink Kleidheu alias Christian Schäfer tauche in „Hermann (fool on the hill)“ tief in die Geschichte des sagenhaften Cheruskers Arminius und seines legendären Denkmalerbauers ein, erklärt das Theater in seiner Programmvorschau. Das Ergebnis sei eine scharfzüngige wie augenzwinkernde Hinterfragung des deutschen Heldenmythos, die historische Figuren und nationale Erzählungen konsequent auf ihre Bruchstellen abklopfe.
Wer spielt mit?
Die Uraufführung vereint ein prominent besetztes Ensemble und starke künstlerische Handschriften: Regie und Bühne liegen in den Händen von Christian Schäfer, die Kostüme gestaltet Anna Sun Barthold-Torpai, die Musik stammt von Kim Efert, die Choreografie von Dhélé Agbetou.
Auf der Bühne stehen Christiane Hagedorn, Jacques Malan, Tilman Rose und Frank Siebenschuh, ergänzt durch den Spielclub 13+ sowie die Wake Up OWL Company.
Ticketpreise
Karten sind zu Preisen von 20,–, 28,– oder 35,– Euro erhältlich, ermäßigt für 10,–, 14,– oder 17,50 Euro.




