
Lage. Amanda hat ihre Routine: der Kaffee, den ihr Horst, der erste Sortimenter, zubereitet; die Bücher, die Abende mit Oma. Und im Mittelpunkt all dessen die Buchhandlung in Bielefeld, die Otto Angler gehört und in der Amanda seit der Berufsschule arbeitet. Dass sie bald heiraten und Kinder kriegen soll, weil man 1965 nicht gleichzeitig ein arbeitendes Fräulein und Gisberts Ehefrau sein kann, das respektiert Amanda – bis sich ihr die Möglichkeit ergibt, Otto Anglers Laden zu übernehmen. Amanda ist entschlossen, ihre eigene moderne Buchhandlung aufzubauen. Dabei stößt sie auf einige widerständige Herren, die sehr bald merken, dass sie die Intelligenz und den Mut der jungen Dame unterschätzt haben. Doch auch Amanda muss ihre Überzeugungen und Loyalitäten von Grund auf neu denken.
Amanda? Sie ist die Hauptfigur in Martina Bergmanns neuem Roman »Das Fräulein Buchhändlerin«. Der Ausdruck »Fräulein« klingt heutzutage recht exotisch, war aber bis in die 70er Jahre eine selbstverständliche Bezeichnung für die unverheiratete Frau und ging mit einem Rollenbild einher, das heute weitgehend, aber nicht durchgängig als überholt gilt.
Die Autorin wurde 1979 in Werther geboren, hat in Halle den Buchhandel kennengelernt, sich aber für Ausbildung und Studium über den Tellerrand gewagt. Nach Wanderjahren in Hamburg, Berlin und München eröffnete sie 2010 ihre Buchhandlung in Borgholzhausen und zog nach Rietberg um. Nach verschiedenen Sachbüchern ist »Das Fräulein Buchhändlerin« ihr zweiter fiktionaler Text.
Die Lesung findet am Samstag, 9. Mai, auf Einladung des Fördervereins Stadtbücherei Lage statt und beginnt um 19. Der Förderverein bewirtet seine Gäste wie gewohnt mit Getränken und kleinen Snacks. Die Buchhandlung Brückmann wird mit einem Büchertisch vertreten sein.




