
Lage. Den Grünen sagt man in Lage nach, dass sie gern die Spendierhosen anziehen, wenn es um Energiewende, Abwehr des Klimawandels und soziale Wohltaten geht. Eine Spendierhose nimmt sich allerdings unfreiwillig komisch aus, wenn nur Schuldscheine die Taschen füllen. Da macht eine bescheidene Arbeitshose doch die bessere Figur. Deshalb schlagen die Grünen vor, die hochfliegenden Hallenbad-Visionen zurück auf die Erde zu holen. Da staunt sogar die »geizige« AfD.
So beantragen die Grünen, »vor einer endgültigen Beschlussfassung über die Beantragung von Fördermitteln beziehungsweise über die geplante Sanierung des bestehenden Hallenbades, die zukünftige Bäderstruktur der Stadt Lage, insbesondere im Kernstadtbereich, nochmals umfassend, ergebnisoffen und unter langfristigen wirtschaftlichen Gesichtspunkten im Sportausschuss zu beraten.« Im Blick haben sie dabei einen dicken Haushaltsposten: Die derzeit diskutierte Sanierung würde Investitionen von rund 15 Millionen Euro erforderlich machen.
Das ist eine Menge Holz, wenn man auf ein Haushaltsloch von rund 10 Millionen Euro blickt. Die Grünen stellen der teuren Sanierung des bestehenden Hallenbades, bei der für das Freibad ja noch gar nichts getan würde, den Neubau eines Kombibades gegenüber.
Schulen und Vereine könnten vom Kombibad profitieren, Schwimmkurse ließen sich besser organisieren und der öffentliche Badebetrieb wäre kontinuierlich gewährleistet. Die Grünen wären nicht die Grünen, wenn sie in ihrem Antrag neben den sozialen nicht auch ökologischen Potenziale entfalten wollten.
»Aus zwei mach eins«: Dieses Motto könnte die Problemlage vereinfachen. Hingegen: »Eine reine Hallenbadsanierung würde das grundlegende Problem nicht vollständig lösen. Sie würde lediglich einen Standort modernisieren, während der Investitionsbedarf des Freibades weiterhin bestehen bliebe.« Vor diesem Hintergrund erscheine es sinnvoll und verantwortungsbewusst, vor einer endgültigen Festlegung nochmals intensiv zu prüfen, ob die Errichtung eines modernen Kombibades am Standort des Freibades langfristig die wirtschaftlichere und zukunftsfähigere Lösung darstellen könnte.
Die Grünen listen die Vorteile eines solchen Kombibades auf:
- Hallen- und Freibadbetrieb zusammenführen
- Doppelstrukturen abbauen
- Betriebs- und Unterhaltungskosten reduzieren
- moderne energieeffiziente Technik nutzen
- Personal effizienter einsetzen
- Barrierefreiheit und Aufenthaltsqualität verbessern
- sowie neue städtebauliche und ökologische Chancen im Zusammenhang mit der Renaturierung der Werre eröffnen.
»Zudem könnte ein Neubau am Freibadstandort errichtet werden, während der Betrieb des bestehenden Hallenbades zunächst weiterläuft. Bei einer Sanierung des Hallenbades wäre dagegen nach jetzigem Planungsstand voraussichtlich eine mehrjährige Schließung notwendig, mit erheblichen Auswirkungen auf Schulen, Vereine, Schwimmkurse und den öffentlichen Badebetrieb.
Uwe Detert von der AfD gefällt der Grünen-Antrag und er räumt ein, positiv überrascht worden zu sein. Aber die AfD wäre nicht die AfD, wenn sie nicht einen Pferdefuß im Hintergrund entdecken würde.




