Neben Handball wird in der Lemgoer Phoenix-Contact-Arena künftig auch Basketball gespielt. Foto: MrBenjo/Wikimedia

Lemgo/Paderborn. Die Paderborn Baskets schlagen ein neues Kapitel auf: In der kommenden Saison wird der Zweitligist seine Heimspiele nicht mehr in Paderborn austragen, sondern in der Phoenix Contact Arena im rund 50 Minuten entfernten Lemgo. Die Spielstätte im Kreis Lippe fasst bis zu 4.500 Zuschauer und erfüllt damit die Anforderungen der Zweiten Basketball-Bundesliga ProA.


Auslöser für den Standortwechsel ist die geplante Sanierung des Sportzentrums Maspernplatz, der bisherigen Heimstätte der Baskets. Das Bauvorhaben mit einem Investitionsvolumen in Millionenhöhe hatte in den vergangenen Monaten intensive Diskussionen ausgelöst und sich in der Stadtpolitik zu einem kontroversen Thema entwickelt. Eine alternative Halle in Paderborn, die den Vorgaben der ProA, insbesondere hinsichtlich Kapazität und Tribünenstruktur, gerecht wird, stand letztlich nicht zur Verfügung.

Der Club betont jedoch, dass es sich bei dem Umzug ausdrücklich um eine temporäre Lösung handelt. In einer ersten Stellungnahme stellen die Verantwortlichen klar, dass die Paderborn Baskets weiterhin fest mit ihrem Heimatstandort verbunden seien und langfristig auch dort ihre sportliche Zukunft sähen. Die Austragung der Heimspiele in Lemgo sei ausschließlich für die Dauer der Sanierungsarbeiten vorgesehen.

Unmittelbar nach der öffentlichen Bekanntgabe informierte der Verein Sponsoren und Anhänger über die Entscheidung. Rund 100 geladene Gäste verfolgten die Ausführungen von Präsident Jordi Perez und Geschäftsführer Dominik Meyer in einem VIP-Zelt. Die Reaktionen fielen dabei offenbar überwiegend verständnisvoll aus, Kritik blieb aus.

Auch aus der Fanszene kommt Unterstützung für den eingeschlagenen Weg. Der Fanclub „Maspernpower“ machte deutlich, dem Team auch am neuen Standort treu zu bleiben, und kündigte an, die Spiele in Lemgo zu begleiten.

Die Vereinbarung mit der Stadt Lemgo ist vorerst auf ein Jahr angelegt, beinhaltet jedoch eine Option auf Verlängerung. Hintergrund ist die voraussichtliche Dauer der Bauarbeiten am Maspernplatz: Schätzungen zufolge könnte sich die Sanierung über bis zu drei Spielzeiten erstrecken.

Offen sind bislang organisatorische Details rund um den neuen Spielort. Dazu zählen unter anderem mögliche Anpassungen bei den Eintrittspreisen sowie Überlegungen zu Shuttleverbindungen zwischen Paderborn und Lemgo, um den Fans die Anreise zu erleichtern.

Mit dem Wechsel nach Lemgo sichern die Baskets die Rahmenbedingungen für den Spielbetrieb auf Zweitliga-Niveau, auch wenn dies vorübergehend bedeutet, ihre Heimspiele außerhalb der eigenen Stadt auszutragen.