
Kreis Lippe/Lemgo. Die Lippische Gesellschaft für Politik und Zeitgeschichte (LGPZ) ist mit der Europa-Medaille der CDU/CSU-Gruppe in der EVP-Fraktion des Europäischen Parlaments ausgezeichnet worden.
Die Ehrung wird seit 1993 an Organisationen, Schulen und Einzelpersonen verliehen, die sich in besonderer Weise und nachhaltig für Europa engagieren. Die Vergabe erfolgt auf begründeten Vorschlag von Europaabgeordneten und ist in ihrer Anzahl begrenzt.
Im Rahmen einer Feierstunde auf Schloss Brake würdigte die Europaabgeordnete Verena Mertens das langjährige Engagement der LGPZ für politische Bildung und die Förderung des europäischen Gedankens. Alle Träger der Europa-Medaille verbinde eine überzeugte Haltung für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und freiheitliche Werte.
Nach ihren Worten zeichne sich die Arbeit der LGPZ insbesondere dadurch aus, dass bei ihren Projekten und Veranstaltungen stets der Dialog mit Betroffenen sowie Fachleuten vor Ort gesucht werde. Dadurch werde Europa nicht nur theoretisch vermittelt, sondern konkret und persönlich erfahrbar gemacht.
Mertens betonte zudem, dass das Europäische Parlament vielfältige Maßnahmen unterstütze, die persönliche Begegnungen in Europa fördern. Der LGPZ wünschte sie auch künftig zahlreiche Ideen, Diskussionen und Initiativen für das weitere Zusammenwachsen Europas.
Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte der Verbandsvorsteher des Landesverbandes Lippe, Jörg Düning-Gast, als Gastgeber die Mitglieder der LGPZ sowie zahlreiche Gäste, darunter Landrat Meinolf Haase und Lemgos Bürgermeister Markus Baier.
Landrat Haase hob in seinem Grußwort die Bedeutung politischer Bildung für die Demokratie hervor. Ehrenamtlich organisierte Initiativen wie die LGPZ würden seit vielen Jahren wichtige Impulse für Diskussionen und gesellschaftliches Engagement geben. Dies sei gelebte Demokratie. Auch Bürgermeister Markus Baier stellte den europäischen Gedanken in den Mittelpunkt seiner Ansprache.
Er verwies auf die historische Rolle Lemgos als Hansestadt und damit als Teil einer frühen europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Diese Tradition werde in der Alten Hansestadt bis heute durch zahlreiche internationale Kontakte und Begegnungen fortgeführt. Vor diesem Hintergrund sei es naheliegend, dass die LGPZ einen Schwerpunkt ihrer Arbeit in Lemgo habe.
Für die LGPZ nahm der Vorsitzende Arne Brand die Auszeichnung entgegen. Er dankte für die Würdigung des europäischen Engagements der Gesellschaft und erinnerte an zahlreiche Themenfahrten der vergangenen Jahre. Dazu gehörten Reisen in Städte Osteuropas, in westliche Nachbarländer wie Frankreich und England, zur Europäischen Union nach Brüssel sowie in die deutsch-französische Euregio-Region mit dem Saarland.
Immer wieder habe die Gesellschaft dabei aktuelle politische Entwicklungen aufgegriffen und sich mit gesellschaftlichen Herausforderungen auseinandergesetzt. Als Beispiel nannte Brand eine Reise in die westukrainische Stadt Lviv kurz vor dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Die Kontakte in die Region bestünden bis heute fort. Ein Mitglied der LGPZ lebe in Lviv und berichte regelmäßig über die aktuelle Situation vor Ort.
Zu den jüngeren Projekten zählten zudem Themenreisen nach Weimar, Breslau und die für September geplante Fahrt nach Chemnitz, das in diesem Jahr den Titel „Europäische Kulturhauptstadt“ trägt.
Besonders wichtig sei es, den europäischen Gedanken an die junge Generation weiterzugeben, betonte Brand. Dies versuche die Gesellschaft unter anderem durch Jugendbeteiligungsprojekte. Seit 2019 steht dafür die Internetplattform „europa-mein-dein-unser.de“ zur Verfügung.
Die Preisverleihung klang mit Gesprächen bei kleinen Speisen und Getränken aus.
Die Lippische Gesellschaft für Politik und Zeitgeschichte ist eine unabhängige Nichtregierungsorganisation in Lippe. Sie widmet sich der politischen Bildung und informiert mit Veranstaltungen, Themenreisen und weiteren Projekten über gesellschaftliche Entwicklungen und politische Zusammenhänge. Weitere Informationen gibt es unter www.lippische-gesellschaft.de.





