Detmold. Das Internationale Kurzfilm-Festival (ISFF) in Detmold, das am Montag, 24. August, beginnt, bringt auch dieses Jahr wieder bemerkenswerte Kurzfilme aus aller Welt nach Lippe. 25 Länder aus sechs Kontinenten sind vertreten – von Europa über die USA bis hin nach Taiwan oder Kolumbien. Die Hälfte der Beiträge kommt aus Deutschland und zehn Kurzfilme sind sogar lokal aus der Region Lippe.
Gezeigt werden circa 110 Filme, ausgewählt aus allen Einsendungen vom Team des Vereins Kultur & Art Initiative e. V., in Zusammenarbeit mit dem Kino und Kultur Detmold e. V.
Auch wenn es eine Freude sei, diese filmische Vielfalt kennenzulernen, so sei die Wahl bei der stolzen Anzahl von 3.000 eingereichten Kurzfilmen nicht leicht gefallen, meint Mitorganisator Yassin Eminoglu: „Es gibt kein enges Korsett an Kriterien, die ein Film erfüllen muss. Der Beitrag sollte auf besondere Weise ansprechend sein – von lustig bis dramatisch, von experimentell bis klassisch darf er jedwede Schattierung haben. Dabei kann es eine Doku sein, ein Musikvideo oder ein Spiel- oder Animationsfilm, es gibt auch im Genre keine Begrenzungen.“
Bei dem Festival, das ein nicht kommerzielles ist, können sich sowohl professionelle Filmemacher als auch Quereinsteiger oder Autodidakten bewerben. Vom Erstlingswerk bis zur Produktion einer erfahrenen Filmcrew ist alles dabei und dort zählt ebenso der Prophet im eigenen Lande, denn auch einige Filmer aus Ostwestfalen-Lippe sind für das Festival ausgewählt worden.
Es gibt keine thematisch sortierten Blöcke, stattdessen wird jeden Tag eine bunte Mischung geboten. „Das Festival ist für die Besucher kostenlos und findet in zwei Locations statt: Von Montag bis Mittwoch werden die Filme im ‚Kaiserhof + Kino‘ am Bahnhof gezeigt und von Donnerstag bis Sonntag open air vor dem Café Cup auf der Exterstraße.
Und natürlich gibt es auch wieder ein Rahmenprogramm: Am Montag haben wir Livemusik im Kino, am Freitag im Hinterhof des Café Cup eine Kopfhörer-Party in der Silent-Disco und am Samstag, 29. August, findet um 11 Uhr, in Zusammenarbeit mit einem Berliner Team, ein kostenloser Workshop statt, der „Strahlkraft“ heißt und sich mit dem vereinnahmenden Agieren vor der Kamera beschäftigt. Hier ist allerdings eine Anmeldung erforderlich“, erzählt Yassin Eminoglu.
In der ersten Hälfte des Festivals, von Montag bis Mittwoch, gibt es als filmische Sonderreihe den barrierefreien Film. Diese Filme haben Audio-Deskriptionen, Untertitel sowie auch Gebärdensprache für alle taub-blinden Zuschauer; das Angebot ist natürlich auch für diejenigen, die einmal erfahren möchten, wie sich so etwas gestaltet.
Am Dienstag um 22 Uhr gibt es noch eine Sondervorstellung, und zwar den einstündigen Film der Fachhochschule Dortmund „Viel Nebel im November“, und am Donnerstag ist die Vorführung des Kurzfilm-Contests der TH-OWL ein weiteres Highlight.
Siegertreppchen gibt es beim ISFF nicht: „Unser Festival in Detmold ist kein Wettbewerb und somit gibt es auch keinen Siegerfilm – was zählt, ist einzig, dass man es in die Auswahl geschafft hat, und das ist auch eine stolze Leistung bei dieser weltweit enormen Beteiligung.
Wer nicht nach Detmold kommen kann, muss das ISFF nicht verpassen, denn es gibt einen offiziellen, kostenlosen Livestream, egal ob man in Paris, Minneapolis oder Teheran zuschauen möchte. Bei etlichen Kurzfilmen ist der Filmemacher vor Ort und ebenso kann der Austausch von Publikum und Künstler online live verfolgt werden. Sofern der Zuschauer das möchte, kann er über einen Live-Chat interaktiv mitwirken.
Bei diesem vielseitigen Angebot einen Lieblingsfilm zu entdecken, findet Yassin Eminoglu recht schwierig: „Besonders bemerkenswert finde ich den Film ‚Vor meiner Tür, auf meiner Matte‘, eine sehr lustige Animation mit einer interessanten, unerwarteten Message am Ende des Films – er läutet am Montag um 19 Uhr das Filmfestival quasi ein. Dieser 4:44 Minuten lange Film ist von Antje Heyn, einer in Berlin ansässigen Animationsregisseurin, die auch Animation an Universitäten und Kunstakademien unterrichtet.“
Viele interessante Filmschaffende sind mit ihrem Werk vertreten, so auch Vikki Bardot, eine multidisziplinäre KI-Künstlerin, Sama Talebi, ein 32 Jahre alter Iraner mit zwölfjähriger Erfahrung hinter den Kulissen von Kino und Fernsehen, Klim Shipenko, ein russischer Filmregisseur, Drehbuchautor, Produzent und Schauspieler (Regisseur des in Russland und der GUS umsatzstärksten Films), oder Sawat Ghaleb, ein erfahrener irakisch-deutscher Filmemacher und Journalist, der für zahlreiche deutsche Sender wie ZDF, ARD und Arte gearbeitet hat.
Apokalyptische Szenarien, Detektiv-Geschichten oder solche mit psychologischem Thrill – eine breit gefächerte Palette an Themen, Ideen und Macharten erwartet den Besucher des ISFF in Detmold vom 24. bis zum 29. August.
Und 2027 geht’s in die nächste Runde: Die Bewerbungen für das kommende Jahr starten schon bald, nämlich am 27. September.







