Haben sich den neuen Bauhof in Westerholz angeschaut: (von links) Thomas Hilker, Landrat Meinolf Haase und Stephan Pott. Foto: Kreis Lippe

Kreis Lippe/Blomberg. Nach gut einem Jahr Bauzeit steht der neue Kreisbauhof „Westerholz“ in Blomberg kurz vor der Fertigstellung. Der endgültige Einzug ist für Oktober vorgesehen. Mit dem neuen Standort wird zugleich der Straßenbetriebsdienst im Kreis Lippe neu organisiert: Der Bauhof Westerholz ersetzt die bisherigen Standorte in Wilbasen, Extertal und Hummersen.


Von Westerholz aus betreuen die Mitarbeiter künftig ein Einsatzgebiet, das Blomberg, Schlangen, Horn-Bad Meinberg, Schieder-Schwalenberg, Lügde, Barntrup und Extertal umfasst. Der Kreis verspricht sich von der Zusammenlegung nicht nur effizientere Strukturen, sondern auch erhebliche finanzielle Vorteile.

„Mit einer zentralen Versorgung, die der Bauhof ermöglicht, können wir die Strukturen im Betriebsdienst optimieren. Gleichzeitig sparen wir Kosten von mehr als 100.000 Euro pro Jahr ein. Darüber hinaus schaffen wir attraktive Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter“, sagt Landrat Meinolf Haase.

Zwei Fahrzeughallen und neues Verwaltungsgebäude

Das Grundstück im Blomberger Gewerbegebiet Westerholz hatte der Kreis Ende 2023 erworben. Die ersten Bauarbeiten begannen Mitte 2025. Inzwischen ist auf dem Gelände ein umfangreicher neuer Betriebsstandort entstanden.

„Auf dem Gelände sind zwei Fahrzeughallen mit einer Fläche von rund 1.900 Quadratmetern sowie ein eingeschossiges Verwaltungsgebäude mit einer Fläche von rund 350 Quadratmetern entstanden“, erläutert Stephan Pott, Projektleiter des Eigenbetriebs Straßen.

An die Großfahrzeughalle auf der Ostseite schließen sich eine Lagerhalle, ein Waschplatz und eine Salzhalle an. Auf der Westseite des Geländes befindet sich die Kleinfahrzeughalle. Das Verwaltungsgebäude bietet Büroräume, einen Besprechungs- beziehungsweise Sozialraum sowie Toiletten, Duschen, Umkleiden und Trockenräume. Hinzu kommt ein Materiallager.

Beim Neubau wurde zugleich Wert auf eine energieeffiziente und ressourcenschonende Ausstattung gelegt. Das Verwaltungsgebäude entstand in Passivhausstandardbauweise, zum Heizen wird Luftwärmepumpentechnik eingesetzt.

Solarstrom und 40.000 Liter Regenwasser

Die dafür benötigte Energie soll zu einem großen Teil vor Ort erzeugt werden. „Der hierfür benötige Strom wird größtenteils aus den errichteten PV-Anlagen gewonnen“, berichtet Pott. Auch das Niederschlagswasser von den Dachflächen wird genutzt.

Es wird in Zisternen mit einem Fassungsvermögen von rund 40.000 Litern gesammelt. „Dieses Wasser nutzen wir für die Baumbewässerung im Sommer oder für die Erzeugung der Sole als Auftaumittel für den Winterdienst“, erklärt der Projektleiter.

Auch bei Kosten und Zeitplan zieht der Eigenbetrieb Straßen eine positive Zwischenbilanz. Die Realisierung des Neubaus sei weitestgehend planmäßig verlaufen.

„Wir konnten unser Budget einhalten, was heutzutage bei größeren Bauprojekten nicht mehr selbstverständlich ist“, sagt Thomas Hilker, Leiter des Eigenbetriebs Straßen. Darüber hinaus würden die Baukosten über das NRW-Infrastrukturgesetz aus Mitteln des Sondervermögens des Bundes für Infrastruktur und Klimaneutralität gefördert.

Winterdienst startet

Mit dem Einzug in Westerholz verändern sich auch die bisherigen Standorte. In Wilbasen wird künftig lediglich die Salzhalle weiter genutzt. Die Außenstelle in Extertal wurde an die Gemeinde verkauft. Bei der angemieteten Außenstelle in Hummersen ist der Mietvertrag für den Verwaltungstrakt aufgehoben worden.

Schon während der Wintersaison 2026/2027 wird sich die Neuordnung praktisch bemerkbar machen: In einigen Bezirken soll der Winterdienst bereits vom neuen Bauhof Westerholz aus organisiert und bedient werden.

Hintergrund der Investition ist eine grundsätzliche Neuaufstellung des Betriebsdienstes des Kreises. Der Eigenbetrieb Straßen unterhält bislang vier Bauhöfe in Wilbasen, Extertal, Hummersen und Lemgo-Lieme. Verschiedene Probleme, darunter sanierungsbedürftige Gebäude und die Personalausstattung, machten nach Angaben des Kreises eine Neuordnung notwendig.

Künftig wird der Straßenbetriebsdienst deshalb nur noch von zwei zentralen Standorten aus organisiert. Der Bauhof Lemgo-Lieme übernimmt den Nord- und Westbezirk Lippes, während der neue Standort Westerholz für den Süd- und Ostbezirk zuständig sein wird.