
Bad Salzflen. Mit ihrem Charles-Dickens-Festival präsentierte die ”Kulturwerkstatt Blomberger Land e. V.” erstmals ihr viktorianisches Event im Kurpark der Salzestadt.
Das Festival mit dem neuen Konzept und dem Motto „Große Erwartungen“ trug nicht nur den Namen eines Buches des Autors, sondern sollte auch den Flair eines Jahrmarktes aus der viktorianischen Zeit mit tollen Kostümen, Künstlern und Aktionen widerspiegeln. Rund 2.000 verkaufte Karten konnte Ralf Hammacher am Ende des Festes verkünden. „Das ist für eine erste Veranstaltung dieser Art sehr gut und ein Zeichen dafür, dass man es wiederholen sollte“, betonte der Fachbereichsleiter.
Die Vereinsmitglieder spielten in den zwei Tagen Szenen und Rollen aus der Zeit respektive aus dem Buch und ließen sich gerne fotografieren. So liefen neben einer Lumpenfrau, die die Gäste vorlaut ansprach, auch die traurige Figur einer alten Frau in ihrem zerfledderten Brautkleid durch den Park und erzählte ihre Geschichten.
Traurig oder trauernd waren Francis Gisbers und Hendrik Weihermann in ihrem rollenden Museum für Bestattungskultur nicht. An beiden Tagen waren sie mit ihrer Sonderpräsentation der Trauerkultur des 19. Jahrhunderts dabei. Aufgeschlossen diskutierten sie mit den Besuchern über Tod und Sterben im 19. Jahrhundert und erklärten den Koffer der sogenannten Totenfrau, die kam, um die Verstorbenen zu richten, oder dem Brauchtum der Totenkrone für ledige Verstorbene.
Es sei nicht einfach gewesen, die Dezember-Veranstaltung aus Blomberg in den September zu verlegen. Viele Schausteller und Gewerbetreibende seien bereits ausgebucht gewesen. Aber nach langer Vorbereitungszeit sei doch etwas Schönes herausgekommen, erklärte Barbara Hamann, die Vorsitzende des Vereins, erfreut. Sie zeigte sich zuversichtlich, im kommenden Jahr wiederzukehren.
Darüber hinaus gab es auf den Wegen Kleinkunst und Händler, eine Feuershow und Töpfern für Kinder. In einem schwarzen Jute-Zelt illuminierte eine klassische Laterna Magica die Geburtsstunde der Projektionskunst. An allen Tagen teleportierte das Osnabrücker Trio „Krabauter“ die Zuhörer mit Spielmannskunst aus fünf Jahrhunderten in historische Klangwelten, ergänzt durch schwungvolle Folksongs aus Irland, Schottland und England des Duos „Joyful Kilians“. Am Sonntag kamen noch zwei Chöre hinzu.
Am Samstagabend versammelten sich die letzten Besucher zum Sonnenuntergang an der Bühne zum gemeinsamen Konzert der Musiker und sangen in besinnlicher Stimmung das bekannte Lied von ’Melly Melone‘. Überhaupt zeigten sich die meisten Besucher beeindruckt von der schönen und entspannten Atmosphäre im Kurpark, die es zuließ, einfach nur zu sitzen und die kostümierten Figuren flanieren zu sehen.
Für die Jüngsten gab es Mitmach- und Unterhaltungsangebote, bei denen die Eltern ihre Kinder auch allein lassen konnten. Eine interaktive Töpferei und der Geschichtenerzähler Jochen Hettig mit seinem vielseitigen, epochentypischen Repertoire sorgten für Kurzweile.






