
Kreis Lippe. Der Kreis Lippe nimmt gemeinsam mit neun lippischen Kommunen einen weiteren Anlauf, den Glasfaserausbau in der Region voranzutreiben. Dafür haben Kreis und Kommunen einen gemeinsamen Antrag für den geförderten Breitbandausbau gestellt. Beteiligt sind die Städte Blomberg, Horn-Bad Meinberg, Lage, Lemgo, Lügde und Schieder-Schwalenberg sowie die Gemeinden Extertal, Leopoldshöhe und Schlangen.
Die Dimension des Vorhabens ist beträchtlich: Der gemeinsame Förderantrag umfasst den Ausbau für rund 14.000 Adressen beziehungsweise rund 16.800 Haushalte. Die geschätzte Fördersumme beläuft sich auf rund 56,7 Millionen Euro.
Nun warten Kreis und Kommunen auf die Entscheidung über ihren Antrag, die bis Ende des Jahres erwartet wird. „Jetzt heißt es: Daumen drücken. Eine Entscheidung über den Förderantrag wird bis Ende des Jahres erwartet. Sollte unsere Bewerbung erfolgreich sein, werden nach unseren Berechnungen in den Kommunen rund 600 Kilometer neue Glasfasertrassen verlegt. Weitere 170 Kilometer vorhandene Infrastruktur sollen mitgenutzt werden“, erklärt Landrat Meinolf Haase.
Zusammenarbeit seit Februar intensiviert
Dass Kreis und Kommunen bei dem Förderantrag gemeinsam vorgehen, baut auf der bereits seit Jahren bestehenden engen Zusammenarbeit auf. Die neue Fördermöglichkeit wurde frühzeitig gemeinsam aufgegriffen. Seit Februar dieses Jahres intensivierten die Beteiligten den ohnehin bestehenden Austausch nochmals deutlich.
In zahlreichen Gesprächen zwischen Kreis, Bürgermeistern und Verwaltungen wurden die Ausbaukulissen, Förderbedingungen und Kosten sowie das weitere Vorgehen abgestimmt. Der Kreis Lippe bündelt und koordiniert das Großprojekt über seine Stabsstelle Digitalisierung. In den teilnehmenden Kommunen informierten die Bürgermeister über die derzeitige Ausbausituation und die damit verbundenen Kosten.
Mit der Einreichung des Antrags ist für die Beteiligten nun ein entscheidender Punkt erreicht. „Mit der effizienten Zusammenarbeit und der Abgabe des Förderantrages in Berlin steht der Kreis Lippe nunmehr vor einer entscheidenden Weichenstellung“, sagt Torben Blome, Co-Sprecher der lippischen Bürgermeisterkonferenz.
Förderquoten von bis zu 95 Prozent
Grundlage des Vorhabens ist das aktuelle Förderprogramm „Gigabit-Richtlinie 2.0“ des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS). Es wurde am 31. März dieses Jahres auf Bundesebene veröffentlicht. Die Antragsfrist endete am 15. September.
Abhängig von der Finanzlage der beteiligten Kommunen beträgt die Förderquote zwischen 85 und 95 Prozent. Förderfähig sind sämtliche Adressen mit Bandbreiten von weniger als 300 Mbit/s im Download und weniger als 150 Mbit/s im Upload, sofern sie nicht innerhalb der kommenden fünf Jahre durch einen Netzanbieter mit höheren Bandbreiten versorgt werden.
Für den Kreis Lippe ist der geförderte Ausbau digitaler Infrastruktur kein Neuland. Bereits zwischen 2016 und 2023 setzte der Kreis gemeinsam mit 15 kreisangehörigen Kommunen einen geförderten Breitbandausbau um. Dabei wurden rund 15.000 Haushalte erschlossen. Die Fördersumme belief sich auf rund 27 Millionen Euro.
Damals standen insbesondere Adressen im Mittelpunkt, deren Versorgungsrate unter 30 Mbit/s lag. Der anschließende eigenwirtschaftliche und damit nicht geförderte Ausbau durch die Netzanbieter hielt sich allerdings in Grenzen. Teilweise wurden zudem angekündigte Netzausbauten nicht realisiert.
Lippe liegt unter Landes- und Bundesdurchschnitt
Trotz der bisherigen Anstrengungen besteht im Kreisgebiet weiterhin Nachholbedarf. Nach Angaben des Gigabit-Grundbuchs des Bundes weist der Kreis Lippe aktuell einen durchschnittlichen Glasfaseranteil von rund 72 Prozent auf. Damit liegt Lippe sowohl unter dem nordrhein-westfälischen als auch unter dem bundesweiten Durchschnitt. In NRW beträgt der Glasfaseranteil rund 85 Prozent, im gesamten Bundesgebiet rund 81 Prozent.
Ob der Kreis und die neun beteiligten Kommunen mit ihrem neuen gemeinsamen Antrag zum Zuge kommen und damit den nächsten größeren Schritt beim Glasfaserausbau einleiten können, soll sich bis Ende des Jahres entscheiden.
Weitere Informationen gibt’s unter dem Stichwort „Breitbandausbau“ auf www.kreis-lippe.de.





