Grund zur Freude: Detmolds stellvertretende Bürgermeisterin Corinna Peter-Werner (links) und Landrat Meinolf Haase (rechts) freuen sich mit dem neuen Ordensträger Jörg Thelaner und seiner Ehefrau Sonja über die besondere Anerkennung. Foto: Kreis Lippe

Detmold. Große Ehre für herausragendes Engagement: Der Detmolder Jörg Thelaner ist mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden.


Im Rahmen einer Feierstunde überreichte Landrat Meinolf Haase die Auszeichnung und würdigte Thelaner als eine Persönlichkeit, die seit Jahrzehnten gesellschaftliche Werte verkörpert und sich in herausragender Weise für das Gemeinwohl einsetzt.

„Unsere Gesellschaft lebt nicht allein von Gesetzen, Institutionen und politischen Entscheidungen. Sie lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen“, betonte der Landrat in seiner Laudatio und hob hervor, dass Thelaner sein Ehrenamt nie als abgeschlossene Lebensphase, sondern als festen Teil seiner Persönlichkeit betrachtet habe.

Die Wurzeln dieses Engagements reichen zurück in das Jahr 1985. Mehr als 17 Jahre hinweg begleitete Jörg Thelaner zunächst als Betreuer, später als Freizeitleiter die Jugendfreizeiten des Kreisjugendamtes Lippe auf Norderney. Er begleitete dabei vor allem Kinder und Jugendliche aus Kinderheimen oder schwierigen familiären Verhältnissen.

Seine Leidenschaft für die Jugend- und Vereinsarbeit setzte sich ab 1998 beim BSV Heidenoldendorf fort, wo er eine Mannschaft vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter als Trainer begleitete. Als sich der Verein Ende der 1990er-Jahre in einer schwierigen Situation befand, geprägt von finanziellen Sorgen und einem nicht fertiggestellten Sporthaus, übernahm Thelaner kurzerhand den Vorsitz. Gemeinsam mit einigen Mitstreitern gelang es ihm, den Klub zu konsolidieren und für die Zukunft sicher aufzustellen.

Um den Eigenanteil für einen neuen Kunstrasenplatz zu finanzieren, rief Thelaner 2007 gemeinsam mit der Stiftung „Herberge zur Heimat“ das „Flohmarktprojekt“ ins Leben. Was als Idee zum Verkauf von Sachspenden begann, entwickelte sich dank der enormen Spendenbereitschaft der Bevölkerung und der Unterstützung der Stadt zu einer dauerhaften Institution.

Aus dem Projekt entstanden eine feste Verkaufsstelle und eine Schulmittelkammer für einkommensschwache Familien. Auch die Fahrradwerkstatt „Drahtesel“ ist auf seine Initiative zurückzuführen. Die Idee entstand aus der Erkenntnis, dass viele Kinder ihre Fahrräder nicht nutzen konnten, weil Reparaturen für ihre Familien nicht finanzierbar waren.

Ein besonderes Herzensanliegen war Jörg Thelaner stets die gelebte Integration. Mit Projekten wie den „ESS-Kulturen“, bei denen Menschen verschiedener Herkunftskulturen gemeinsam kochten und ein eigenes Kochbuch gestalteten, schuf er Brücken in die Dorfgemeinschaft.

Auch das bis heute erfolgreiche interkulturelle Dorffest in Heidenoldendorf geht mit auf seine Initiative zurück. Als im Jahr 2015 viele geflüchtete Menschen nach Deutschland kamen, packte er sofort mit an, engagierte sich für unbegleitete Minderjährige und organisierte später auch einen Begegnungstag für ukrainische Familien.

Parallel zu seinem sozialen Wirken prägt Thelaner seit Jahrzehnten die Kommunalpolitik der Region. Seit 2004 gewinnt er seinen Wahlkreis für die CDU direkt, führte zehn Jahre lang die Ortsunion und stand 15 Jahre als Vorsitzender an der Spitze der CDU-Ratsfraktion in Detmold.

Heute bringt er seine Erfahrung als stellvertretender Bürgermeister der Stadt Detmold, als Vorsitzender des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration sowie als Patientenfürsprecher im Klinikum Lippe und im GPZ Detmold ein. Die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz spiegelt ein Leben im Dienste der Gemeinschaft wider, das an vielen Stellen dauerhafte Spuren hinterlassen hat.