
Lemgo. Einhörner öffnen am Sonntag, 1. November, die Türen zur aktuellen Sonderausstellung im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake. Anlässlich des „Internationalen Tags des Einhorns“ sind kleine und große Besucher zu einer ungewöhnlichen Aktion eingeladen: Wer ein Plüsch-, Porzellan- oder Plastik-Einhorn mitbringt oder als Einhorn verkleidet erscheint, erhält freien Eintritt in die Sonderausstellung.
Von 10 bis 16 Uhr können Gäste auf diese Weise die Ausstellung „Staying alive. Medizingeschichte(n) mit Risiken und Nebenwirkungen“ besuchen. Museumsleiterin Silvia Herrmann verspricht allen Einhorn-Fans freien Zugang zur Schau.
Die Aktion knüpft unmittelbar an das Ausstellungsthema an. Über Jahrhunderte hinweg schrieb man dem sagenhaften Einhorn heilende Kräfte zu. Insbesondere sein angebliches Horn galt als wertvolles Heilmittel gegen Krankheiten und Vergiftungen.
Passend dazu präsentiert das Weserrenaissance-Museum derzeit eine vermeintliche Einhornstange. Bei dem außergewöhnlichen Exponat aus dem Bestand des Lippischen Landesmuseums Detmold handelt es sich jedoch tatsächlich um einen Narwal-Zahn.
Der Stoßzahn des Meeressäugers gilt als historischer Ursprung der sogenannten Einhornstange. Noch bis weit ins 17. Jahrhundert hinein waren viele Menschen in Europa überzeugt, dass die spiralförmig gedrehte Spitze das echte Horn eines Einhorns sei.
Die Sonderausstellung beleuchtet die enge Verbindung von Medizin, Aberglauben und damaligen Naturvorstellungen. Besucher erfahren, welche Bedeutung dem Mythos des Einhorns in der Heilkunde zugeschrieben wurde und wie sich wissenschaftliche Erkenntnisse im Laufe der Zeit entwickelten.
„Staying alive. Medizingeschichte(n) mit Risiken und Nebenwirkungen“ versteht sich als offenes und partizipatives Projekt. Zahlreiche Partner aus Wissenschaft, Medizin und Kultur sind an der Entstehung beteiligt.
Unterstützt wird die Ausstellung unter anderem von der Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe, der Andreas-Mohn-Stiftung, der Gesundheitsstiftung Lippe, dem Klinikum Lippe, dem Apothekerverband Westfalen-Lippe, dem Rotary Club Lemgo-Sternberg, den Vereinen Frauen für Lemgo, den Soroptimist-Clubs Detmold Lippische Rose und Detmold, dem Fraunhofer IOSB-INA, der Technischen Hochschule OWL, dem Institut für industrielle Informationstechnik, dem Freundeskreis des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake, Brasseler, Vincent Systems, der Lippischen Landesbrandversicherung sowie der Sparkasse Lemgo.
Gemeinsam haben die Beteiligten eine Ausstellung mit mehr als 60 Exponaten geschaffen, die den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft fördern und die Geschichte der Medizin aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten soll.
Weitere Informationen gibt es auf www.museum-schloss-brake.de.





