Nationaler Hitzeschutzplan: „Klimawandel auch in Lippe spürbar“

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Symbolfoto: Adobe Stock

Kreis Lippe. Mit zunehmenden Hitzewellen kommt dem sommerlichen Wärmeschutz am Haus eine immer größere Bedeutung zu. Mit vielen Maßnahmen können Haushalte die Hitze klimafreundlich draußen halten – von kurzfristigen Tricks bis zu nachhaltiger Sanierung.

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„Die Folgen des Klimawandels sind auch in Lippe deutlich spürbar. So nimmt die Anzahl der heißen Tage, das sind alle Tage, an denen die Temperatur die Marke von 30 Grad überschreitet, immer weiter zu. Das wirkt sich natürlich auf die Gebäude und deren Bewohnerinnen und Bewohner aus“, sagt Olrik Meyer, Fachbereichsleiter Umwelt, nachhaltige Entwicklung und Mobilität beim Kreis Lippe.

Langanhaltend hohe Temperaturen im Sommer heizen den Wohnraum auf und können zum Gesundheitsrisiko werden. Bewusstes Lüften und Verschatten, die Begrünung von Haus und Garten sowie eine gute Wärmedämmung kühlen den Wohnraum klima- und kostenfreundlich. Die Maßnahmen sind für Ältere, Schwangere oder Vorerkrankte besonders wichtig.

Der Entwurf des nationalen Hitzeschutzplans greift das Thema Wärmeschutz an Gebäuden auf. Dabei geht es vor allem um sogenannte passive Maßnahmen wie beispielsweise Belüftung, Verschattung, Begrünung und Dämmung. Richtiges Lüften ist entscheidend, dort kommt es auf die Art und den Zeitpunkt an: Eine ausreichende nächtliche oder frühmorgendliche Lüftung bei weit geöffneten Fenstern quer durch die Wohnung beziehungsweise über alle Etagen ist wichtig.

Dabei sollte auf Einbruchgefahr geachtet und Fenster im Erdgeschoss gegebenenfalls geschlossen bleiben. Tagsüber sollten Fenster nur kurz geöffnet werden, um frische, sauerstoffhaltige Luft hereinzulassen. Eine längere Lüftung am Tag führt hingegen zu einer verstärkten Hitzeentwicklung im Innenraum. Wände und Möbel speichern diese Hitze und heizen den Wohnraum zusätzlich auf.

Die Verschattung durch Rollladen, Jalousien, Markisen und Sonnensegel unterstützt, die Hitze von außen fernzuhalten. Dabei sind helle oder reflektierende Oberflächen besonders effektiv. Gründächer und -fassaden wirken zusätzlich als natürlicher Temperaturregler des Gebäudes, da die Bepflanzung die darunterliegende Fläche vor direkter Sonneneinstrahlung und Überhitzung schützt.

Zusätzlich kann ein abwechslungsreich bepflanzter Garten – möglichst unversiegelt – durch Verdunstung sowie Schatten von Pflanzen und Bäumen das Mikroklima des Gebäudes verbessern. Kurzfristig lässt sich dieser Effekt auch durch Kübelpflanzen oder hängende Körbe auf Balkonen, Terrassen oder im Innenraum erzielen.

Auch können spezielle kletternde Gewächse schnell Wände oder Zäune begrünen. Pflanzteppiche mit vorgezüchtetem Gras können versiegelte Flächen kurzfristig reduzieren. Im Sinne der Nachhaltigkeit sollten die Auswahl geeigneter Pflanzen, die Bewässerung und regelmäßige Pflege mitgedacht werden.

Um die Hitze gar nicht erst im Wohnraum entstehen zu lassen, ist eine fachgerechte Dach- und Fassadendämmung essenziell. Bei Sanierungs- und Umbaumaßnahmen sollte der Hitzeschutz daher unbedingt mitgedacht werden. Der Einbau von Klimaanlagen als aktive Maßnahme zur Kühlung sollte daher nicht die erste Überlegung sein.

Informationen zur energetischen Sanierung, Gebäudedämmung und weiteren Themen sowie die aktuellen Termine einer kostenlosen Online-Veranstaltungsreihe zum Thema „Mehr Grün am Haus“ der Verbraucherzentrale NRW sind auch im Netz zu finden. Im Gründachkataster des Kreises Lippe erfahren Bürger, ob ihr Gebäude für eine Dachbegrünung geeignet ist. (lwz)

 

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