Lippischer Arbeitsmarkt im Oktober: Stellenmeldungen brechen ein

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(Symbolbild). Foto: Pixabay

Kreis Lippe. „Die Zeichen stehen auf eine Abschwächung der Konjunktur, so dass die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes auch nicht durch saisonale Effekte, Stichwort Herbstaufschwung, kompensiert werden können. Besonders die Stellenmeldungen brechen aktuell ein, was ein untrüglicher Indikator für die konjunkturelle Schwäche vor Ort und im gesamten Bundesgebiet ist“, erklärt Rainer Radler, Leiter der Agentur für Arbeit Detmold.

„Menschen, die derzeit arbeitslos, oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind, sollten in jedem Fall über eine Qualifizierung nachdenken“, lautet der Appell des Agentur-Chefs. „Unsere Vermittler und Berater unterstützen jederzeit bei diesem Vorgehen, das helfen kann, Arbeitslosigkeit zu beenden, oder präventiv davor schützt, erst gar nicht arbeitslos zu werden.“

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Lippe ist im Oktober gestiegen. Insgesamt waren 9.643 Personen arbeitslos. Dies waren zum Vormonat 137 Personen mehr (plus 1,4 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres stieg die Zahl der Arbeitslosen um 15 Personen (plus 0,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt im Oktober 5,2 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich ebenfalls auf 5,2 Prozent.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)

In der Arbeitslosenversicherung waren in diesem Monat 3.245 Personen gemeldet. Dies waren 156 Personen mehr als vor einem Monat (plus 5,1 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres stieg die Zahl um 449 Personen (plus 16,1 Prozent).

Entwicklung im Bürgergeld (SGB II)

Bürgergeld erhielten 19 Arbeitslose weniger als im Vormonat (minus 0,3 Prozent) und 434 weniger als im Vorjahr (minus 6,4 Prozent). Insgesamt zählten 6.398 Personen und damit 66,3 Prozent aller Arbeitslosen zum Bürgergeld gemäß SGB II.

Jugendarbeitslosigkeit

1.031 Arbeitslose waren im Oktober im Kreis Lippe unter 25 Jahre alt. Dies waren 33 Personen weniger als im Vormonat (minus 3,1 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres waren 22 junge Menschen weniger arbeitslos (minus 2,1 Prozent).

Arbeitslose ab 50 Jahren

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahren stieg zum Vormonat um 74 Personen (plus 2,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren es 94 Arbeitslose mehr (plus 3,0 Prozent). Insgesamt waren 3.244 Menschen ab 50 Jahren im Kreis Lippe arbeitslos.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Lippe stieg um sieben Personen (plus 0,2 Prozent). 4.345 Personen sind bereits länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 92,5 Prozent (4.017 Personen) zum Bürgergeld. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 126 Personen (plus 3,0 Prozent).

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung im Kreis Lippe stieg im Oktober ebenfalls. Insgesamt waren 16.462 Personen ohne Beschäftigung. Dies waren zum Vormonat 200 Personen mehr (plus 1,2 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres stieg die Unterbeschäftigung um 663 Personen (plus 4,2 Prozent).

Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus der Anzahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind, und denjenigen, die Arbeitslosengeld oder Bürgergeld erhalten, dem Arbeitsmarkt jedoch aktuell nicht zur Verfügung stehen und daher rechtlich nicht als arbeitslos gelten – wenn man zum Beispiel an einer Fördermaßnahme teilnimmt oder in Mutterschutz ist.

Stellenangebot

Die Arbeitgeber aus dem Kreis Lippe haben in diesem Monat 374 Stellen gemeldet und damit 27 weniger als im Vormonat (minus 6,7 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sank die Anzahl der neuen Stellenmeldungen um 76 Stellen (minus 16,9 Prozent). Im Bestand befinden sich aktuell insgesamt 2.619 offene Stellen, 117 weniger als vor einem Monat (minus 4,3 Prozent) und 745 weniger als vor einem Jahr (minus 22,1 Prozent).

Arbeitsmarkt in OWL

Die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe ist im Oktober gestiegen. 65.446 Personen waren arbeitslos gemeldet, das ist eine Zunahme zum Vormonat um 894 Menschen oder 1,4 Prozent. Im Vergleich zum Oktober 2022 lag die Arbeitslosigkeit um 4.299 Menschen oder 7,0 Prozent höher. Die Arbeitslosmeldungen fielen im Oktober mit 12.892 Personen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 348 höher aus.

Der Bestand arbeitslos gemeldeter Menschen aus der Ukraine in Höhe von 4.407 stieg in OWL im Vergleich zum Vormonat um 205 Personen oder 4,9 Prozent an.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg im Oktober 2023 im Vergleich zum Vormonat (plus 251 oder plus ein Prozent). Im Berichtsmonat waren 26.072 Personen länger als ein Jahr auf Arbeitssuche. Das sind 6,3 Prozent mehr als im Oktober 2022. Der Anteil Langzeitarbeitsloser an allen Arbeitslosen betrug 39,8 Prozent (2022: 40,1 Prozent, 2021: 46,4 Prozent, 2020: 37,6 Prozent, 2019: 36,4 Prozent jeweils Oktober).

Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen, die durch Jobcenter und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden können, geht indes weiter zurück und betrug im Berichtsmonat 22.147 Stellen. Damit lag der Stellenbestand 4.062 Stellen unter dem Vorjahreswert. Das Stellenangebot bewegt sich jedoch weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Im Oktober 2023 wurden 3.044 freie Arbeitsstellen neu gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag der Stellenzugang damit 396 Stellen oder 11,5 Prozent niedriger.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in der Region findet sich im Kreis Höxter (4,2 Prozent) gefolgt vom Kreis Gütersloh (4,6 Prozent), Kreis Lippe (5,2 Prozent), Kreis Paderborn (5,3 Prozent), Kreis Herford (5,7 Prozent), Kreis Minden-Lübbecke (5,9 Prozent) und der Stadt Bielefeld (8,3 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent (Vormonat 5,6 Prozent, Vorjahr 5,4 Prozent). (lwz)