Darmkrebs-Vorsorge: Lippischer FC-Bayern-Fanklub sammelt Kronkorken

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Mittlerweile hat der FC-Bayern-Fanclub „Stern des Südens - Lippe“ circa 25.500 Kilogramm für den guten Zweck gesammelt: (von links) Thorsten Bitterberg (Vorsitzender), Fabian Naundorf (Mitglied) und Frank Pohl (Kassenwart). Foto: Fanclub „Stern des Südes – Lippe“

Kreis Lippe/Detmold.  Knapp 25.500 Kilogramm Kronkorken hat Thorsten Bitterberg, Gründer und Vorsitzender des FC-Bayern-Fanclubs „Stern des Südens – Lippe“, gemeinsam mit den anderen Mitgliedern bereits gesammelt. Mit dem Erlös unterstützen sie die Felix-Burda-Stiftung in München.

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Im Gespräch mit der LIPPISCHEN WOCHENZEITUNG gewährt der Diestelbrucher unter anderem Einblick hinter die Kulissen der Sammelaktion.

LIPPISCHE WOCHENZEITUNG (LWZ): Herr Bitterberg, wie ist es überhaupt zur Gründung Ihres Fanclubs gekommen?
Thorsten Bitterberg: Im April 2011 haben meine Frau und ich ihn zusammen mit drei weiteren Interessierten gegründet. Anfangs waren wir 27 Mitglieder aus der Region, mit denen wir auch mehrtägige Fahrten nach München unternommen und die Geselligkeit genossen haben.
Wir freuen uns sehr, dass sich die mittlerweile 74 Mitglieder in unserem Fanclub so wohl fühlen, dass sie auch einen weiteren Weg, zum Beispiel aus Hamburg, dem Sauerland oder Schwerin, auf sich nehmen, um gemeinsam mit uns zu reisen. Um die Menschen kennenzulernen und ihnen die Möglichkeit zu geben, uns kennenzulernen, nehmen wir neue Mitglieder nur persönlich auf – es muss auch menschlich passen. Es macht Spaß, in einer Gemeinschaft zu sein und gemeinsam zu feiern – Fußball verbindet, das ist der Sinn der Sache!

LWZ: Wie ist die Idee entstanden, Kronkorken für den guten Zweck zu sammeln?
Bitterberg: Die Idee ist 2017 entstanden. Der ehemalige zweite Vorsitzende des Fanclubs hat damals angefangen, Kronkorken zu sammeln, um den Erlös für einen guten Zweck zu spenden. Der Gewinn wird an die Felix-Burda-Stiftung in München gegeben, die sich als gemeinnützige Institution für die Prävention von Darmkrebs einsetzt.
Wir fanden den Gedanken gut und haben ihn deshalb übernommen – mit dieser Aktion zu helfen, ist eine Herzenssache für uns. Wir freuen uns, dass die Anzahl der Kronkorken und damit auch der Gewinn, den wir an die Stiftung weitergeben können, im Laufe der Zeit extrem angestiegen ist. In den ersten Jahren konnten wir die Kronkorken immer mit drei Bullis und Anhängern wegbringen, mittlerweile lagern wir circa zwei Tonnen in der Garage und bringen sie mit einer Mulde weg.

LWZ: Wie läuft die Sammlung ab?
Bitterberg: Durch Annoncen, vor allem aber durch Mundpropaganda, werden Einzelpersonen, Vereine oder Institutionen auf uns und die Aktion aufmerksam. Egal ob Sportvereine, die Feuerwehr, die Bielefelder Lebenshilfe oder Privatpersonen aus der gesamten Region – alle sammeln. Sogar von der Uni Münster gibt es Anfragen. Auch aus München bringen wir regelmäßig Kronkorken, zum Beispiel aus dem Olympiapark, mit.

LWZ: Wie viel kommt bei einer Sammelaktion in etwa zusammen?
Bitterberg: Oft sind es bis zu 30 Kisten, die jeweils 15 Kilogramm schwer sind. Meist melden sich aber Leute aus der Gegend bei mir, woraufhin ich eine Liste anfertige und an einem Tag die Route abfahre, die meist durch ganz Ostwestfalen-Lippe führt. Somit bin ich unter anderem in Detmold, Bad Salzuflen, Lage, Höxter, Bad Driburg, Holzminden und Paderborn unterwegs. Am Ende des Tages ist nicht nur das Auto voll, sondern auch der Anhänger, auf dem circa 700 Kilogramm Kronkorken liegen. Diese lagern wir anschließend in der Garage und bringen sie, wenn es nicht mehr geht, mit der Mulde weg.

LWZ: Das hört sich nach einer Menge Aufwand an.
Bitterberg: Ich habe, nur wegen unserer Sammelaktion, fast 100 Kontakte in meinem Handy – nicht nur der Fußball, sondern auch das Engagement für den guten Zweck verbindet! Es gibt viele, die helfen möchten und es für sinnvoll erachten, dass die Kronkorken nicht im Müll landen, sondern für einen guten Zweck gesammelt werden. So bekommen wir sogar Kronkorken per Post zugeschickt. Alle zehn Wochen haben wir circa 1,5 Tonnen zusammen. Unseren Rekord haben wir im vergangenen Jahr aufgestellt, als es drei Tonnen bei einer Tour waren.

LWZ: Wie viele Kronkorken haben Sie bisher insgesamt gesammelt?
Bitterberg: 2017 haben wir angefangen zu sammeln, am Jahresende waren es 85 Kilogramm. Im Jahr darauf waren es schon 1.200 Kilogramm und 2019 2.010 Kilogramm. Auch in den folgenden Jahren konnten wir uns immer weiter steigern: 2020 waren es 3.100, 2021 4.250, 2022 5.460 und 2023 8.600 Kilogramm. In diesem Jahr konnten wir bisher schon mehr als 1.670 Kilogramm sammeln. Mittlerweile haben wir somit insgesamt 25.445 Kilogramm und damit circa 2.000 Euro für den guten Zweck gesammelt.

LWZ: Auf welchem Wege können sich Interessierte am besten über Ihre Aktion informieren respektive mit Ihnen in Kontakt treten?
Bitterberg: Den aktuellen Stand sowie weitere Informationen und Fotos zu der Sammelaktion gibt es auf unserer Homepage zu sehen. Auf der offiziellen Webseite des Fanclubs ist außerdem meine Handynummer zu finden. Unter dieser kann sich jeder melden, der ebenfalls Kronkorken abzugeben hat – egal in welcher Menge, wir freuen uns drüber. Unser Ziel ist es, auch in Zukunft weiterzumachen, möglichst viele Leute zu sensibilisieren und dadurch zu helfen.


Das Interview führte Alina Knoerich.