Bunte Gefahr? Polarlichter leuchten über OWL

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Symbolbild. Foto: Adobe Stock

Kreis Lippe. Schillernde Polarlichter haben in der Nacht zu Samstag, 11. Mai, in mehreren Regionen Deutschlands den Himmel in bunten Farben gehüllt. Auch über Ostwestfalen-Lippe konnten die Polarlichter deutlich ausgemacht werden.

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In den Sozialen Netzwerken teilten Nutzer Fotos aus Detmold, Bielefeld oder Paderborn. Ursache für das Naturphänomen sind Sonnenstürme, die auf das Magnetfeld der Erde treffen. Auch in der Nacht zu Sonntag konnte das Naturschauspiel vielerorts beobachtet werden.

So entstehen Polarlichter

Ursache für die Lichter sind Sonnenstürme, die große Mengen geladener Teilchen Richtung Erde schleudern. Diese stoßen auf das Magnetfeld der Erde, das sie zu den Polen lenkt. Dort interagieren die Teilchen mit Gasmolekülen in der oberen Atmosphäre, was Lichtemissionen in verschiedenen Farben verursacht.

Experten der US-Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) hatten bereits am Freitag, 10. Mai, vor einem Sonnensturm der höchsten Stufe fünf gewarnt. Diese sei zuletzt vor mehr als 20 Jahren, im Oktober 2003, erreicht worden.

Die Ursprungsregion der Sonnenstürme, ein Sonnenfleck-Cluster, ist laut den NOAA-Experten etwa 16-mal so groß wie der Durchmesser der Erde. Die Behörde teilte weiter mit, dass GPS, Stromnetze, Raumschiffe, Satellitennavigation und andere Technologien beeinträchtigt werden könnten.

Wissenschaftler schätzen Gefahren ein

Während Sonnenstürme demnach technische Störungen verursachen können, besteht nach Meinung von Wissenschaftlern keine Gefahr für das Leben auf der Erde. Wie das Online-Portal Mimikama berichtet, betonen Experten des Instituts für Experimentalphysik der Slowakischen Akademie der Wissenschaften, dass das Phänomen keine unmittelbaren Gesundheitsrisiken darstelle. Stattdessen bleibe es ein faszinierendes Naturschauspiel, das durch gute Vorbereitung und Verständnis seiner Natur sicher beobachtet werden könne.

So entstehen die verschiedenen Farben

Je nach chemischer Zusammensetzung der Atmosphäre und der Höhe, in der die Reaktionen stattfinden, variieren die Farben des entsprechenden Polarlichts.

Grüne Polarlichter entstehen dabei in rund 100 Kilometer Höhe und sind besonders häufig sichtbar, da das menschliche Auge diese Farbtöne besonders gut wahrnimmt. Sie entstehen, wenn Elektronen auf Sauerstoffatome treffen.

Rote Polarlichter erscheinen hingegen in der oberen Atmosphäre, wo die Konzentration an Sauerstoff geringer ist. Dies ist in Höhen von 200 bis 300 Kilometern der Fall. Sie treten hauptsächlich während intensiver magnetischer Stürme auf. In mittleren Breiten sind sie aber relativ selten.