Lippischer Arbeitsmarkt: Jobcenter und Arbeitsagentur informieren junge Mütter

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Beraten junge Mütter beim (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben: (von links) Ulrike Grabow (Jobcenter) und Natalia Weber (Arbeitsagentur Detmold). Foto: Agentur für Arbeit

Kreis Lippe/Detmold. „Meine Kinder sind krank und ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht zur Arbeit gehen kann. Im Vorstellungsgespräch werde ich gefragt, ob ich noch ein weiteres Kind möchte. Wenn ich darüber nachdenke, was meine Kompetenzen sind, ist mein Kopf ganz leer.“ Diese oder ähnliche Überlegungen, Sorgen und Fragen treiben viele Frauen mit (kleinen) Kindern um.

„Fragen, die auch uns in der täglichen Arbeit im Jobcenter und in der Agentur für Arbeit begegnen. Als lokale Arbeitsmarktpartner sind wir daher gefragt, bei der Suche nach Antworten und Lösungen zu unterstützen.

In allen Arbeitsbereichen fehlen immer mehr Fachkräfte. Frauen und Mütter fehlen auf dem Arbeitsmarkt mit ihren Kompetenzen und ihrer Expertise“, sagen Ulrike Grabow und Natalia Weber, die mit ihrem Knowhow als Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters und der Agentur für Arbeit Detmold unterschiedliche Unterstützungsformate anbieten, um Informationen und Lösungen zu transportieren. „Es wird immer schwieriger, eine zeitlich ausreichende und qualitativ sowie emotional befriedigende Kinderbetreuung sicherzustellen“, betonen die beiden Expertinnen.

Ulrike Grabow und Natalia Weber hielten jüngst im Familienzentrum Karolinenstraße der Fürstin-Pauline-Stiftung in Detmold einen Impulsvortrag, und stellten ein Coachingtool zum Thema „Eigene Kompetenzen und Ressourcen finden“ vor.

Grabow und Weber: „Schnell wurde deutlich, dass oft die Menschen im engeren Umfeld die eigenen Kompetenzen besser beschreiben können als man selbst. Die Teilnehmerinnen freuten sich über die vielen Fähigkeiten, die ihnen von den anderen Frauen in der schnell aufkommenden, angeregten Unterhaltung zugeschrieben wurden.“

Die eigenen Ressourcen und Kompetenzen zu kennen und auch zum Tragen bringen zu können, ist ein wesentlicher Faktor beim (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben. Deshalb sei es so wichtig, dabei zu unterstützen, diese auch zu finden.

So standen Grabow und Weber auch im „Elterncafé“ der Kita für die unterschiedlichsten Fragen zum Arbeitsmarkt und Berufseinstieg zur Verfügung.

Bei individuellen und komplexen Anliegen gibt es die Möglichkeit, mit den beiden Kolleginnen zu einer Einzelfallberatung zu kommen. Dieses Sprechstundenangebot fand nunmehr zum ersten Mal statt, und wurde zahlreich angenommen. Für Mütter im Bürgergeldbezug ist Ulrike Grabow Ansprechpartnerin, für alle anderen Frauen steht Natalia Weber zur Verfügung.

Rückblickend resümieren die beiden: „Es war sehr hilfreich für uns, die Mütter nicht im institutionellen Kontext zu sprechen, sondern an einem neutralen Ort, wie der Kita. So bekommen wir mehr von der Lebenswelt der Familien mit und es entwickeln sich vertrauensvolle Gespräche“.

Das alles hätte aber ohne die hervorragende Organisation der beiden Kolleginnen aus dem Familienzentrum Karolinenstraße der Fürstin-Pauline-Stiftung in Detmold, Nicole Drewel und Susanne Kock nicht gelingen können, merken beide zudem an.

Es ist eine Fortführung für das kommende Jahr angedacht und steht auch anderen interessierten Kita und Familienzentren offen.

Wer sich interessiert und diesbezüglich Fragen hat, wendet sich an Ulrike Grabow (Telefon: 05231/4599-165, E-Mail) oder Natalia Weber (Telefon: 05231/610-202, E-Mail).