„Erfreuliches Plus“: Stadtwerke Lemgo präsentieren Jahresergebnis 2023

29
Stadtwerke-Geschäftsführer Matthias Sasse (links) sowie Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Markus Baier freuen sich über das gute Ergebnis 2023. Foto: Stadt Lemgo

Lemgo. 2023 war für die Stadtwerke Lemgo laut eigener Aussage ein herausforderndes Geschäftsjahr: Es galt nicht nur, die Versorgungssicherheit für alle Kunden trotz weltweiter Krisen und den damit einhergehenden extremen Preisschwankungen an den Energiemärkten stets sicherzustellen. Die Stadtwerke möchten demnach im Wettbewerb auch weiterhin durch günstige Preise überzeugen.

Das Stadtwerke-Team konnte sich dabei nach eigenen Angaben auf den starken Kraftwerksbereich stützen: Mit ihren vielfältigen Anlagen hätten die Stadtwerke flexibel fehlende Energiemengen oder Stromüberschüsse von Windenergie- und Photovoltaikanlagen ausgeglichen. Die Erlöse daraus hätten maßgeblich zum positiven Jahresergebnis von 1.929.000 Euro beigetragen – ein Jahresabschluss, der den Erfolgskurs der Stadtwerke bestätige.

„Die Art, wie wir unseren Anlagenpark über die Jahre aufgestellt haben, forciert nicht nur die Erreichung der Lemgoer Klimaziele – der Kraftwerksbereich hilft uns auch finanziell über manche Herausforderung hinweg“, berichtet Geschäftsführer Matthias Sasse. „Wir erzielen Erlöse damit, im Bedarfsfall schnell Strom für das deutsche Gesamtsystem bereitzustellen oder Überschussmengen Erneuerbarer Energien abzunehmen, um diese mithilfe der Großwärmepumpen oder im Elektrokessel in Wärme zu wandeln“, ergänzt er.

Weitere Investition in Eigenerzeugung

Dieses Vorgehen habe 2023 erheblich zu dem guten Jahresergebnis beigetragen. Und auf dieser soliden Basis möchten die Stadtwerke erneut in weitere Anlagen zur regenerativen Strom- und Wärmeerzeugung investieren: Zurzeit laufen die letzten Planungen, damit voraussichtlich zum Herbst 2024 mit dem Guss der Fundamente für einen neuen Großwärmespeicher am Liemer Weg begonnen werden kann.

Der Wärmespeicher wird mit einer Luft-Wärmepumpe und einer Power-to-Heat-Anlage kombiniert, die wie ein riesiger Tauchsieder funktioniert. Diese Anlage kann nach der Inbetriebnahme weitere überschüssige Strommengen aus Erneuerbaren Energien aufnehmen, um damit Wasser zu erhitzen, das als Fernheizwasser im Fernwärmenetz eingesetzt werden kann. Und Windkraft soll zukünftig den Strom für den Betrieb der Anlagen liefern.

Strom und Fernwärme

„Dank der Eigenerzeugung und dem geschickten Handel an den Energiebörsen legte der Stromvertrieb 2023 um 6,2 Prozent zu – vor allem außerhalb Lemgos konnten die Stadtwerke steigende Abgabemengen verzeichnen“, teilen die Stadtwerke mit.

Im Gas- und Fernwärme-Bereich gingen die Absatzmengen jedoch zurück. Dies sei auf die Witterungsbedingungen und ein bewusstes Heizverhalten in den Haushalten zurückzuführen: „Die Lemgoer Bürger sparen Energie, das kommt auch dem Klimaschutz zugute“, heißt es weiter.

Klimaschutz ist auch das zentrale Thema im Netzausbau: Dort treibe das Stadtwerke-Team nicht nur den für die Energiewende notwendigen Stromnetzausbau voran, sondern sorge zudem dafür, dass jährlich rund 100 zusätzliche Gebäude an die zentrale Fernwärmeversorgung angeschlossen werden könnten.

Wer sich für die eigene Immobilie einen Anschluss wünscht, kann sich mithilfe des neuen digitalen Fernwärme-Auskunftsportals genau informieren, wo die Stadtwerke überall in den Netzausbau investieren und Fernwärmeleitungen verlegen. Außerdem ist es möglich, mithilfe dieser digitalen Karte das eigene Interesse zu bekunden.

„Die Fernwärme ist einer der Hauptbausteine für die Wärmewende in Lemgo, denn Lemgoer Fernwärme wird immer mehr durch Erneuerbare Energien erzeugt“, informiert Bürgermeister Markus Baier und fügt hinzu: „Unsere Stadtwerke beweisen auch hier, dass sie ein verlässlicher, innovativer Partner sind, der durch faire, bezahlbare Preise überzeugt.“

Dies sei auch der Grund, warum lediglich beim Trinkwasser zum 1. August eine notwendige Preiserhöhung anstehe: Die Stadtwerke investierten auch dort erhebliche Summen, um diesen Bereich auf die Zukunft auszurichten. „Aufgrund der Klimaveränderungen wird es immer aufwändiger, stets die passenden Trinkwassermengen in bester Qualität bereitzustellen“, meint Matthias Sasse.

Steigende Anzahl an Bade- und Saunagästen im Eau-Le

Mit Blick auf den Sommer plädiert der Geschäftsführer dafür, sorgsam mit Trinkwasser umzugehen und lieber auf das Gemeinschafts-Badeerlebnis in den Freibädern zu setzen, statt eigene Pools zu betreiben. Das Eau-Le Freibad etwa wartet dabei ab sofort mit einem neuen Dusch- und Umkleidebereich auf.

Generell konnte das Eau-Le die Besucheranzahl 2023 im Vergleich zu 2022 um 4,6 Prozent weiter steigern. Doch die gestiegenen Kosten für Energie und die Unterhaltung des Bades sowie höhere Personalaufwendungen wirkten sich auf das Ergebnis aus: Es verschlechterte sich um 282.000 Euro.

14 Elektro-Stadtbusse bestellt

Die Stadtwerke haben mit ihrem Dienstleister, der Stadtbus Lemgo GmbH, 14 E-Busse bei Mercedes-Benz bestellt. Jeder der E-Citaro-Busse kann mit einer Batterieladung Reichweiten von 300 bis 400 Kilometer erzielen. Im Dezember 2025 sollen die Busse ihre Fahrten aufnehmen.

Die Ladeinfrastruktur dafür wird beim Omnibusbetrieb Linke Am Bauhof geschaffen. Schon jetzt aber können sich die Fahrgäste über eine Neuerung bei der Lemgo-Card freuen: Ab 1. August wird es möglich, diese Dauerkarte nach dem ersten Nutzungsjahr auf eine monatliche Kündigungsfrist umzustellen. Neben dem D-Ticket könne auch die flexiblere Lemgo-Card die Fahrgastzahlen weiter steigen lassen: Insgesamt wurde das negative Jahresergebnis im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert.

Digital bezahlen 

Sobald die neuen E-Stadtbusse im Einsatz sind, können Fahrscheine bargeldlos bezahlt werden. Auch die Parkscheinautomaten in der Innenstadt werden gemeinsam mit der Stadt Lemgo ausgetauscht, um moderne Bezahlverfahren möglich zu machen. Und darüber hinaus erarbeitet das Stadtwerke-Team ein Konzept, damit digitale Zahlungsoptionen auch in die Lemgoer Parkhäuser und Parkpaletten einziehen können.

Ladeinfrastruktur komfortabler gestaltet

Für E-Autos bauen die Stadtwerke die Lademöglichkeiten ebenfalls weiter aus und haben das System auf die Intercharge-Plattform Hubject umgestellt: Die Ladesäulen akzeptieren jetzt alle gängigen Karten zum Bezahlen. „Mit der Stadtwerke-Ladekarte wird dies besonders günstig im Stadtgebiet möglich sein“, betonen die Stadtwerke. Die Karte erhalten Interessierte im Stadtwerke Kundenzentrum am Bruchweg.

Beim Parken beschäftigt die Parkpalette Bruchweg das Stadtwerke-Team: Dort zeigte das Gutachten auf, dass das Oberdeck der Parkpalette im jetzigen Zustand nicht weiter betrieben werden könne. Daher werde dort bereits an Lösungskonzepten gearbeitet.

So blicken die Stadtwerke Lemgo trotz aller Herausforderungen und Krisen auf ein gelungenes Geschäftsjahr 2023 zurück: „193 Fachkräfte und 14 Azubis tragen mit ihrem Können und Engagement zu unserem Geschäftserfolg bei“, sagt Matthias Sasse und lobt: „Dafür gilt allen mein besonderer Dank!“ (lwz)