Düsseldorf. Die Wintersaison 2025/2026 startete spät in Nordrhein-Westfalen, doch seit Ende Dezember zeigt der Winter, was er kann: Glatteis, Schneefälle und anhaltend frostige Temperaturen erfordern seit rund einer Woche den Dauereinsatz der Straßenmeistereien in Nordrhein-Westfalen.
Kein Tag verging seit dem Jahreswechsel ohne Schneeräumung und Streueinsätze. Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer besuchte am Freitag, 9. Januar, die Straßenmeisterei in Wiehl (Oberbergischer Kreis im Regierungsbezirk Köln), um den Winterdienst in den frühen Morgenstunden zu begleiten.
„Was ich hier an persönlichem Einsatz und an Professionalität erlebe, ist beeindruckend. Mein Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen der Straßenmeistereien, die mitten in der Nacht aufstehen und auch an den Wochenenden im Schichtdienst unterwegs sind, um die Straßen für uns alle freizuhalten. Sie übernehmen eine große Verantwortung“, sagte Krischer. Er appellierte, die Einsatzfahrzeuge nicht zu behindern und sich umsichtig zu verhalten. Immer wieder käme es vor, dass Mitarbeiter im Straßendienst angefeindet würden.
In Nordrhein-Westfalen kümmern sich 56 Straßenmeistereien und rund 1.200 Mitarbeiter um die Sicherheit auf mehr als 14.000 Kilometern Bundes- und Landesstraßen sowie vielen wichtigen Radwegen.
Bei Wetterverhältnissen wie in der ersten Januarwoche sind bis zu 570 Räum- und Streufahrzeuge mit Schneepflügen, Feuchtsalz-Streumaschinen und Salzsole-Sprühtechnik unterwegs. Winterdienst bedeute für die Kollegen, dass sie den ganzen Winter über in geplanter Bereitschaft sind und in den Straßenmeistereien die Prognosen des Deutschen Wetterdienstes sowie Daten aus den 270 Straßenwetterstationen im Land auswerten, um ihre Einsätze zu planen.
Das ermögliche ihnen, Gefahrenzonen frühzeitig zu erkennen, Fahrten gezielt zu koordinieren und im Bestfall zu streuen, bevor es zur gefährlichen Glatteisbildung komme. Ihr Einsatz startee zwischen drei und vier Uhr in der Nacht, damit wichtige Verbindungen bis zum Berufsverkehr schnee- und eisfrei seien.
Über den Tag müssten bei anhaltenden Schneefällen zusätzliche Räum- und Streu-Umläufe gefahren werden. Besonders herausfordernd seien die höheren Lagen, gefährliche Abschnitte mit Gefällestrecken oder Bereiche, die von Verwehungen bedroht sind und vorrangig geräumt werden müssten.
„Seit Tagen sind die Teams im Dauereinsatz und reagieren flexibel auf die wechselnden Witterungsbedingungen. Mit ihrer Erfahrung, ihrer Einsatzbereitschaft und der Verantwortung leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur Verkehrssicherheit für uns alle“, erklärt Christoph Jansen, neuer technischer Direktor von Straßen.NRW.
Straßen.NRW ist zuständig für Bundes- und Landesstraßen sowie Radwege, die überörtlich relevant sind. Kommunale Straßen und Wege werden von den jeweiligen Städten und Gemeinden betreut.
Dabei setze Straßen.NRW zumeist angefeuchtetes Streusalz ein, das sich zu 70 Prozent aus Trockensalz und zu 30 Prozent aus Salzlösung zusammensetzt. Angefeuchtetes Salz hafte besser an der Fahrbahn und werde nicht so schnell verweht. Dadurch sei es auch sparsamer im Verbrauch. Vermehrt würden zudem umweltfreundliche Salz-Wasser-Gemische genutzt und grundsätzlich nur so viel gestreut wie nötig, um Glätte zu verhindern.
Kooperation bei Streusalz-Beschaffung
Der Landesbetrieb betreibt 128 Streugutlagerstätten und kooperiert bei der Beschaffung von Streusalz mit vielen Kommunen und Kreisen in Nordrhein-Westfalen. 118 Gebietskörperschaften haben sich dem Vertrag von Straßen.NRW als Bestellgemeinschaft angeschlossen. Zurzeit seien ausreichende Salzvorräte vorhanden, aber auch der Landesbetrieb verzeichne in den vergangenen Tagen einen höheren Verbrauch.
Für dieses Wochenende melden die Wetterdienste weitere Schneefälle und Glatteisgefahr. Aufgrund der anspruchsvollen und anhaltenden Wetterlage gelte für alle Verkehrsteilnehmer besondere Vorsicht und Rücksicht im Straßenverkehr. Wetterberichte und Warnlagen sollten vor geplanten Fahrten geprüft werden.




