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Kreis Paderborn. Eine Serie von insgesamt 18 Glätteunfällen hat in der Nacht zu Donnerstag auf der A44 zwischen Paderborn, Marsberg und Lichtenau zu drei Todesopfern und elf leicht verletzten Personen geführt. Nach Angaben der Polizei sollen die Unfälle überwiegend durch überfrierende Nässe verursacht worden sein.


Nach bisherigen Erkenntnissen sei gegen 1.30 Uhr in Fahrtrichtung Dortmund ein 3,5‑Tonner auf einen auf dem Seitenstreifen abgestellten Sattelauflieger aufgefahren. Der 48‑jährige Fahrer aus Bielefeld habe den schweren Aufprall nicht überlebt und sei noch an der Unfallstelle verstorben. Der mit Papier beladene Sattelzug habe anschließend Feuer gefangen, der Fahrer des Aufliegers konnte sich laut Polizeiangaben rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Im weiteren Verlauf seien in beiden Fahrtrichtungen 17 zusätzliche Unfälle registriert worden, teils ebenfalls glättebedingt. Besonders schwerwiegend sei ein Folgeunfall gewesen, der sich gegen 2.30 Uhr in Richtung Kassel ereignet habe. Ein Lkw-Fahrer soll demnach vom rechten auf den linken Fahrstreifen gewechselt sein, um einen sehr langsam fahrenden Pkw zu überholen.

Dabei sei es zunächst zu einer leichten Berührung des Pkw gekommen. Kurz darauf sei der Lkw auf einen vorausfahrenden Lastwagen aufgefahren. Der 60‑jährige Fahrer und sein 63‑jähriger Beifahrer – beide italienische Staatsangehörige – seien tödlich verletzt worden.

Spezialisierte Verkehrsunfallaufnahme-Teams der Polizei Bielefeld und der Polizei Münster waren stundenlang im Einsatz. Die Beamten hätten zudem Zeugen, Betroffene und Angehörige betreut und Maßnahmen des polizeilichen Opferschutzes eingeleitet.

Um die zahlreichen im Stau feststeckenden Verkehrsteilnehmer zu entlasten, seien Rückführungen organisiert worden. Sowohl am Autobahnkreuz Wünnenberg‑Haaren als auch an der Anschlussstelle Diemelstadt richtete die Polizei Ableitungen ein, wodurch die umliegenden Landstraßen ebenfalls stark belastet wurden.

Nach Angaben der Einsatzleitung sei die Fahrbahn in Richtung Dortmund gegen 17.10 Uhr wieder vollständig freigegeben worden. Die Sperrung in Fahrtrichtung Kassel bestehe hingegen weiterhin, da dort noch intensiv gearbeitet werde, um die Strecke schnellstmöglich zu räumen.

Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache und zu den Abläufen aller beteiligten Fahrzeuge dauern an.