Doppelter Christian Berkel? Linkes Bild: klar, das isser. So kennen wir ihn aus  dem Fernsehen. Rechts: Ja, ein Jugendfoto! Das räumte der Meister des „auto­fiktio­nalen Romans“ in seiner Lesung am gestrigen Samstag, 24. Januar, in der Aula des Schulzen­trums Werreanger ein und las aus seinem aktuellen Roman „Sputnik“ vor (Spiegel-Bestseller). Das Coverbild unterstreicht die Verbindung des Romanautors zum Helden der Erzählung. Eine „Er“-Erzählung, die jedoch ganz viel „Ich“ enthält. Fotos: Hajo Gärtner

Lage. Der bekannte Bestsellerautor und Schauspieler Christian Berkel las aus seinem neuen Roman „Sputnik“ in der rappelvollen Aula des Schulzentrums Werreanger vor rund 250 Zuhörern vor und erläuterte die thematisierten Romanstellen mit autobiographischen Details und philosophischen Ausflügen in sein gedankliches Unversum. Eine ausführliche Rezension – mit mehreren Fotos – gibt’s bald an dieser Stelle zu lesen.  


„Sputnik“ ist ein autofiktionaler Roman — das heißt: Christian Berkel hat echte Erlebnisse, persönliche Erinnerungen und seine Lebensgeschichte literarisch verarbeitet, aber nicht alles ist historisch exakt so passiert und einige Teile sind fiktional ausgeschmückt.

Der Protagonist trägt den Spitznamen „Sputnik“ und steht als Alter Ego von Berkel im Mittelpunkt der Geschichte, die seine Kindheit und Jugend thematisiert. Der Roman greift viele Stationen auf, die tatsächlich im Leben von Berkel stattgefunden haben oder eng mit seiner Biografie verknüpft sind — zum Beispiel seine Geburt 1957 in West-Berlin im selben Jahr, in dem der Satellit Sputnik ins All geschossen wurde; Berkel thematisiert seine familiäre Herkunft, sein Aufwachsen und spätere Jugend.

Gleichzeitig betont Berkel selbst, dass nicht sämtliche Ereignisse im Buch eins-zu-eins seiner realen Biografie entsprechen — vielmehr mixt er reale Erlebnisse mit literarischer Fiktion, um eine Geschichte zu erzählen, die über bloße Tatsachen hinausgeht. Trotzdem ist „Sputnik“ tief in Christian Berkels Leben verwurzelt und der Erzähler mit dem Autor verbunden. Aber der Roman bleibt fiktional/autofiktional und ist keine reine Autobiografie im strengen dokumentarischen Sinne.

Wie das in der Literaturreihe Tradition ist, bewirtete der gastgebende Förderverein der Stadtbücherei Lage die Gäste in der Pause. Die Buchhandlung Brückmann war mit einem Büchertisch vertreten sein, an dem das Publikum in der Pause und nach der Lesung kräftig orderte. Die Schlange vor dem Tisch, an dem Christian Berkel sein Buch auf Wunsch signierte, wuchs lang und länger.