Der Einkaufswagen muss schon gut gefüllt sein, wenn sich der Raubzug im Supermarkt lohnen soll. Damit nicht genug: Ein räuberisches Duo startete gleich einen zweiten Raubzug, nachdem sie die Waren des ersten Streichs in ihrem Auto verstaut hatten. Was sie nicht wussten: Sie versuchten das vor den Augen der Polizei. Archivfoto: Polizei Nienburg/Schaumburg

Bad Salzuflen. Wie dumm und dreist kann man nur sein? Zwei wenig talentierte Räuber versuchten am Montagnachmittag ihr Glück auf dem Parkplatz eines Supermarktes an der Herforder Straße und legten eine saubere Bauchlandung hin.


Die Story: Zivile Kräfte der Polizei wurden Zeuge eines dilettantischen Raubzugs mit Einkaufswagen. Gegen 16 Uhr bot sich den Beamten ein Schauspiel, in dem zwei Männer ein logistisches Meisterwerk moderner Beschaffungskriminalität entwickeln wollten. Während einer das automatische Schließen der Eingangstür blockierte, bugsierte der Komplize einen vollbeladenen Wagen nach draußen. Bezahlen? Das erschien dem diebischen Duo wohl als überbewertetes Relikt bürgerlicher Konventionen.

Auf dem Parkplatz räumten sie ihre Beute seelenruhig in einen Volkswagen Passat um. Anschließend starteten die Strategen – offenbar beseelt vom Geist unternehmerischer Expansion – Runde zwei ihres Feldzugs gegen den Einzelhandel.

Als sich die Beamten schließlich als Polizisten zu erkennen gaben, setzte einer der Männer, 27 Jahre jung und offensichtlich sprintstark, zur Flucht an. Seine sportliche Ambition endete jedoch abrupt an der Einmündung Herforder Straße/Hellweg: Mit seinem Spurt grätschte er unsanft auf den Asphalt. Leicht verletzt, aber um eine Lebenserfahrung reicher, fand er sich auf dem Boden harter Tatsachen wieder.

Sein 32-jähriger Komplize entschied sich für die Indoor-Variante des Wettstreits mit der Polizei und wurde noch im Markt überwältigt. Die Polizisten nahmen das Duo vorläufig fest und und brachten es zur Polizeiwache: Damit blieb den Räubern ein wenig Zeit, über die Risiken ambitionierter Einkaufsstrategien nachzudenken.

So bleibt festzuhalten: In Bad Salzuflen ist der Kampf gegen das automatische Türschließen kein Selbstläufer. Und irgendwo zwischen Einkaufswagen und Einsatzfahrzeug zeigt sich erneut: Das wahre Drama spielt sich nicht im Fernsehen ab, sondern auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes.

Im VW Passat fanden die Einsatzkräfte aus Herford Kaffee und Süßwaren im Wert von rund 1.300 Euro. Die Männer aus Rumänien ohne festen Wohnsitz in Deutschland wurden tags drauf dem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft für beide anordnete. Die weiteren Ermittlungen laufen nun über das lippische Kriminalkommissariat 5.