
Lage. Mit Pauken und Trompeten und ganz viel PS hat die Feuerwehr Lage ihr neues Schmuckstück in Dienst gestellt – ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug vom Typ HLF20. Und wenn schon ein neues Fahrzeug kommt, dann bitte nicht still und heimlich, sondern mit musikalischem Glanz: Der Spielmannszug der Feuerwehr Lage sorgte für den passenden Soundtrack. Man hätte meinen können, das HLF20 rollt gleich im Takt ein.
Bürgermeister Matthias Kalkreuter ließ es sich nicht nehmen, den neuen „roten Riesen“ höchstpersönlich an die Einheit Lage zu übergeben. In seiner Ansprache dankte er dem Feuerwehr-Team für den unermüdlichen Einsatz – schließlich löschen die Aktiven uneigennützig Brände, retten Menschen, helfen eingeklemmten Katzen, versorgen Eichhörnchen und behalten selbst dann die Ruhe, wenn andere schon beim Hören eines kreischenden Rauchmelders aus dem Häuschen geraten. Besonders hob Kalkreuter die Bedeutung des Ehrenamtes hervor und machte klar: Eine gut ausgestattete Feuerwehr ist keine Luxusanschaffung, sondern die beste Versicherung für eine Stadt.
Ganz nebenbei erinnerte er an den mehrjährigen Beschaffungsprozess – ein Projekt, das länger dauerte als so mancher Hausbau. In enger Abstimmung zwischen Feuerwehr, Rat und Verwaltung wurde geplant, diskutiert, ausgeschrieben und geprüft. Ein echtes Gemeinschaftswerk von 16.000 Kilogramm Gewicht mit Happy End .
Feuerwehrleiter Benjamin Brinkmeyer nahm die Gäste mit auf eine kleine Zeitreise durch 3,5 Jahre Beschaffungsgeschichte. Januar 2025: Rohbauabnahme – das HLF20 noch im „Rohdiamant“-Status. März 2025: Technische Abnahme – alles drin, alles dran. Mai 2025: Endabnahme und Abholung – endlich Heimfahrt! Danach hieß es für die Einheit Lage: üben, üben, üben. Denn so ein modernes Fahrzeug kommt nicht mit der Bedienungsanleitung „Einfach mal machen“. Seit dem Sommer ist das gute Stück bereits im Einsatz und hat gezeigt: Es sieht nicht nur gut aus, sondern packt auch kräftig an.
Immerhin ersetzt das neue HLF20 ein 28 Jahre altes Löschfahrzeug – also ein echtes Feuerwehr-Urgestein, das vermutlich noch Kassettenrekorder und Telefonzellen aus dem Stadtbild kannte. Mit einem Mercedes-Benz Atego 1630 AF (299 PS stark – da wird selbst mancher Sportwagen kurz neidisch) und einem Aufbau von Magirus aus Ulm bringt das neue Fahrzeug modernste Technik auf die Straße.
2.000 Liter Wasser pro Minute bei 10 bar? Kein Problem. 1.600 Liter Wassertank plus 120 Liter Schaummittel? Selbstverständlich. Hydraulischer Rettungssatz mit Schere und Spreizer? Bereit. Zwei Wärmebildkameras? Klar. 50 kN Zugkraft? Da bleibt kaum etwas unbewegt. Dazu ein pneumatischer Lichtmast mit sechs LED-Scheinwerfern – so hell, dass vermutlich selbst die Nacht kurz überlegt, ob sie bleiben möchte.
Einheitsführer Andreas Dieckmann dankte Rat und Verwaltung für die Unterstützung und hob besonders die Feuerwehrleute hervor, die in kürzester Zeit viele Stunden in Schulungen investiert haben. Denn Technik ist nur so gut wie die Menschen, die sie bedienen – und davon hat die Einheit Lage bekanntlich reichlich engagierte.
Am Ende brachte Benjamin Brinkmeyer den wichtigsten Wunsch auf den Punkt: Mögen Einsatzkräfte und Fahrzeuge stets heil und unversehrt zurückkehren. Denn bei aller Begeisterung für 299 PS, LED-Technik und 2.000 Liter pro Minute gilt: Das Wichtigste sitzt immer noch hinterm Steuer – und nicht unter der Motorhaube.
Mit dem neuen HLF20 ist die Einheit Lage nun bestens für die kommenden Jahre gerüstet. Und sollte es irgendwo brennen, klemmen oder feststecken – «Florian Lage 01» – «alias HLF20-01» steht bereit. Natürlich mit musikalischem Intro, wenn es sein muss.




