Darf man diese Verkehrssituation übersichtlich nennen? Wohl kaum. Ein Fußgänger oder Radfahrer wird sich in diesem Autoknubbel auf jeden Fall unsicher fühlen. Aber damit soll ja im Hochsommer Schluss sein. Foto: Hajo Gärtner

Lage-West. Wenn Autofahrer sagen: «Da muss eine Ampel hin«, gibt das schon zu denken, selbst wenn noch nichts passiert ist. Denn normalerweise ist der gewöhnliche Autofahrer an einem schnellen, möglichst ungehinderten Durchkommen interessiert. Das Warten vor einer roten Ampel wird immer als zeitraubend empfunden: besonders nach Feierabend, wenn ich weiß, dass zu Hause das Essen auf mich wartet und kalt zu werden droht.


Lange Zeit hat sich das Landesstraßenbauamt dagegen gewehrt, an der Kreuzung Hellweg/Billinghauser Straße etwas zu unternehmen. «Kein Unfallschwerpunkt«, hieß es aus dem Hause der Bielefelder Verkehrsplaner. Doch nach der ausdrücklichen Bitte der Stadt hat «Straßen.NRW« ein Einsehen: Die Kreuzung bekommt  eine Ampel. Und eine barrierefreie Querungshilfe. Und vermutlich bald auch einen eigenen Fanclub.

Der Detmolder Beigeordnete Thorsten Paulussen hatte das schon im vergangenen Jahr – gewissermaßen als Quintessenz seiner Lagenser Zeit – angekündigt. Ein Bautermin steht inzwischen grob fest: Hochsommer, Juli. Bauzeit etwa acht Wochen. Acht Wochen, in denen Autofahrer lernen werden, dass «Umleitung« kein Zeitvertreib, sondern eine sinnvolle Zwischenlösung ist.

Warum das Ganze? Noch einmal zum Mitschreiben: Offiziell ist die Kreuzung zwar keine «Unfallhäufungsstelle«. Das liegt laut Experten vor allem daran, dass die Kreuzung bei wenig Verkehr «gut übersichtlich« ist. Also: Wenn niemand da ist, passiert auch nichts. Eine Erkenntnis, die man so ähnlich auch aus leeren Kühlschränken kennt.

Sobald allerdings mehr Verkehr ins Spiel kommt, wird es spannend: zu hohe Geschwindigkeiten, schlechte Übersicht über den Verkehrstrubel und Fußgänger, die sich fragen, ob sie gerade eine Straße überqueren oder ein Abenteuer buchen. Diese Frage gehört bald der Vergangenheit an, in der glücklicherweise nichts passiert ist. Also: im Lagenser Westend lieber Komfort statt Abenteuer.