Der erste „Notinsel“-Aufkleber aus der Aktion der Deutschen Kinderschutzstiftung „Hänsel+Gretel“ und der Stadtverwaltung Bad Salzuflen wird von Bürgermeister Dirk Tolkemitt (links), Anke Hütte (Mitte, Jugendamt, Fachstelle Netzwerk Kinderschutz/Prävention und Koordinierungsstelle Kinderschutz) und Fatih Gök (Fachdienstleitung Jugendamt) an der Eingangstür des Bad Salzufler Rathauses an der Rudolph-Brandes-Allee angebracht. Foto: Stadt Bad Salzuflen

Bad Salzuflen. Damit Kinder sicher unterwegs sind, bilden öffentliche Einrichtungen, Arztpraxen, Apotheken, Bäckereien, Kioske, Friseurbetriebe und viele Geschäfte mehr ein Netz von Anlaufstellen für Kinder in Not, die in Schwierigkeiten geraten oder ängstlich sind. Die beteiligten Institutionen und Ladenlokale sind dann ein „Notinsel-Geschäft“, das konkrete Hilfestellung leistet und die Kinder ernst nimmt.


Die Mitarbeiter kontaktieren daraufhin die Eltern und alarmieren im Notfall auch die Polizei. In den meisten Fällen sind es kleinere Probleme, warum Kinder eine „Notinsel“ aufsuchen, berichtet Jerome Braun, der Initiator des Projektes. „Notinseln helfen bei einem verlorenen Schlüssel, sind Zufluchtsort, wenn Kinder auf dem Weg zur Schule geärgert oder verfolgt werden oder Angst vor anderen Kindern oder Erwachsenen haben“, sagt der Geschäftsführer der Deutschen Kinderschutzstiftung „Hänsel+Gretel“ weiter.

Nun rückt die Stiftung „Hänsel+Gretel“ gemeinsam mit der Stadt Bad Salzuflen als Projektträger vor Ort mit dieser präventiven Maßnahme in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. „Wir wünschen uns, dass sich viele Betriebe und Einrichtungen im gesamten Gemeindegebiet an diesem tollen Konzept für den Kinderschutz und gegen Gewalt sowie Übergriffe beteiligen“, erhofft sich Bürgermeister Dirk Tolkemitt rege Beteiligung und signalgebende Unterstützung.

Denn mit einem „Notinsel“-Aufkleber, der sichtbar an der Eingangstür oder Fensterfront angebracht wird, sind für die Kinder und Eltern die projektbeteiligten Geschäfte schnell erkennbar. Voraussetzungen für das freiwillige Engagement als „Notinsel“ seien unter anderem eine zentrale Lage beziehungsweise gute Erreichbarkeit für Kinder, barrierefreier Zugang, regelmäßige Öffnungszeiten und die Bereitschaft zur Hilfeleistung im Notfall, erklärt Anke Hütte vom städtischen Jugendamt, Fachstelle Netzwerk Kinderschutz und Prävention sowie Koordinierungsstelle Kinderschutz.

Schulwege online planen

Das deutschlandweite Projekt ist in zahlreichen Städten, Gemeinden und Landkreisen implementiert. Auf der Projekt-Webseite registrieren sich kostenfrei die engagierten und interessierten Geschäfte, Betriebe sowie Einrichtungen, die nach Freigabe mit einem eigenen attraktiven Profil abrufbar sind.

Die Stadtverwaltung Bad Salzuflen prüft die Angaben und meldet sich zur Übergabe eines „Notinsel“-Aufklebers und der Handlungsanweisung. Abschließend haben „Schulen und Eltern mit den Kindern die Möglichkeit, die eigenen Wege entlang dieser ‚Notinseln‘ zu planen, damit die Jüngsten in unserer Stadt sicherer unterwegs sein können“, sagt Fachdienstleiter Fatih Gök vom Jugendamt der Stadt Bad Salzuflen.


Deutsche Kinderschutzstiftung „Hänsel+Gretel“

Seit 1997 setzt sich die Deutsche Kinderschutzstiftung „Hänsel+Gretel“ für mehr Sicherheit, Schutz und die Aufmerksamkeit für Kinder und Jugendliche ein. Die DZI-zertifizierte Stiftung ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen und steht für zahlreiche innovative Projekte im Kinderschutz bundesweit, die zur Verbesserung der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen beitragen.

Alljährlich werden damit mehrere zehntausend Kinder und Jugendliche, zahlreiche Schulen, Einrichtungen, Kindergärten, Eltern und Fachkräfte erreicht. Die deutschlandweit und fachlich anerkannten Eigen- und Kooperationsprojekte tragen zur Persönlichkeitsentwicklung und Stärkung von Kindern und Jugendlichen bei und schützen diese, wo sie das selbst nicht können. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Stiftung.