Diese beiden urigen Teilnehmer nennen sich "Hexenfilz". Sie spinnen nicht nur ihre eigene Wolle, sondern verkaufen auch witzige Dinge wie Spüllappen und Rückenkratzer aus ihrem Material. Foto: Reiner Toppmöller

Bad Salzuflen. Noch am Tag zuvor herrschten Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke, doch über Nacht änderte sich die Lage grundlegend. Heftiger Regen setzte ein und sorgte am frühen Sonntagmorgen (21. Juni) bei einigen Ausstellern des 35. Umwelttages im Umweltzentrum (UWZ) Heerser Mühle für ein unangenehmes Erwachen. Nach Angaben von Geschäftsführer Ulrich Kaminsky hielten sich die Schäden jedoch in Grenzen: Lediglich zwei Pavillons seien „gerissen“ worden.


Damit bestätigte sich einmal mehr eine fast schon traditionelle Erfahrung der Veranstaltung: Entweder strömen die Besucher bei großer Hitze über das Gelände, oder sie kämpfen sich durch Regen und aufgeweichten Boden. In diesem Jahr brachte das Gewitter neben schlammigen Wegen auch eine drückende Schwüle mit sich.

Trotz der widrigen Bedingungen bleibt der Umwelttag im UWZ ein Publikumsmagnet, auch wenn er längst nicht mehr die Dimensionen früherer Jahre erreicht. Insbesondere das einst umfangreiche Gelände mit Anbietern umweltfreundlicher Technik fehlt inzwischen. Auch der Handwerkermarkt hat deutlich an Substanz verloren. Statt einer breiten Palette traditioneller Handwerkskunst präsentiert sich dieser Bereich heute weitgehend als Sammelsurium unterschiedlichster Anbieter, unter denen sich nur noch wenige echte Handwerker finden.

Auffällig war zudem die geringe Beteiligung von Bildungseinrichtungen: Lediglich zwei Schulen und Kindergärten beteiligten sich in diesem Jahr mit eigenen Angeboten. Für Kontinuität sorgte hingegen Jens Heuwinkel, der mit seinem „Sauresani“ seit Jahren zum festen Bestandteil des Bühnenprogramms gehört.

Ein besonderer Programmpunkt war für Kaminsky die Teilnahme des Schauspielers Peter Trabner, der mit seinem Stück „Die Regenwurm-Traumreise“ im Schulgarten auftrat und damit vor allem jüngere Besucher ansprach.

Im Laufe des Tages besserte sich die Situation: Ab Mittag füllte sich das Gelände zunehmend. Kulinarische Angebote erwiesen sich dabei einmal mehr als verlässlicher Publikumsmagnet. Ob Erbsensuppe, Kaffee und Kuchen oder Spezialitäten aus dem Mittelmeerraum – das gastronomische Angebot lockte zahlreiche Besucher an und sorgte trotz aller Einschränkungen für eine lebendige Atmosphäre.