Schieder-Schwalenberg. Ein tragischer Badeunfall hat sich am frühen Samstagmorgen, 27. Juni, am Schiedersee ereignet: Ein 61-jähriger Mann aus Schlangen ist gegen 5.30 Uhr beim Schwimmen ums Leben gekommen. Der See gilt als besonders gefährlich und ist ausdrücklich nicht als Badesee ausgewiesen.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden hatten der Mann und ein Freund den frühen Morgen zum Baden genutzt. Ein Zeuge alarmierte die Feuerwehr, nachdem der 61-Jährige plötzlich unter Wasser verschwand und nicht mehr an die Oberfläche zurückkehrte. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät.
Die Gefahren des Schiedersees sind den Behörden seit Langem bekannt. Insbesondere die Uferbereiche können trügerisch sein: Während das Wasser zunächst flach erscheint, fällt der Grund bereits nach kurzer Distanz abrupt und steil ab. Hinzu kommen immer wieder auftretende Risiken durch Blaualgen und starken Pflanzenbewuchs im Wasser. In diesen können sich Schwimmer verheddern und dadurch schnell in eine Notsituation geraten.
Ein weiterer Risikofaktor sind die stark schwankenden Wassertemperaturen in unterschiedlichen Tiefen. Gerade bei sommerlicher Hitze kann der plötzliche Wechsel in deutlich kältere Wasserschichten den Kreislauf massiv belasten und gesundheitliche Probleme wie Krämpfe oder sogar Kreislaufversagen auslösen. In solchen Situationen geraten selbst geübte Schwimmer schnell in Lebensgefahr.
Nach der Alarmierung sperrten Feuerwehr und Polizei Teile des betroffenen Uferbereichs, darunter die Liegewiese und den Bootsanleger. Taucher der Feuerwehr Lemgo konnten den Vermissten nach kurzer Suchzeit bergen. Für den 61-Jährigen kam jedoch jede Hilfe zu spät.
Die Polizei nahm den Vorfall zum Anlass, erneut eindringlich auf das bestehende Badeverbot hinzuweisen. Dieses sei keineswegs willkürlich, sondern diene dem Schutz der Menschen. Der Schiedersee ist nicht überwacht, es gibt keine Rettungsschwimmer vor Ort. Im Ernstfall sind Betroffene daher auf sich allein gestellt.




