Detmold. Sie bringen jeden Tag tausende Menschen sicher ans Ziel, behalten auch im lebhaften Verkehrsgeschehen den Überblick und sind das Herzstück der Mobilität in den Städten. Busfahrer leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesellschaft, doch ihr Arbeitsalltag wird zunehmend von einem gesellschaftlichen Problem überschattet. Unfreundlichkeiten, Beleidigungen und sogar körperliche Übergriffe gegenüber dem Fahrpersonal kommen immer häufiger vor.
Die Stadtverkehr Detmold (SVD) GmbH und ihre Partner, die Verkehrsunternehmen BVO Busverkehr Ostwestfalen GmbH und Karl Köhne Omnibusbetriebe GmbH, nehmen diese Entwicklung nicht länger schweigend hin.
Gemeinsam starten sie jetzt eine breit angelegte Kampagne, die ein unübersehbares Zeichen für Zusammenhalt setzen soll. Die Botschaft ist so einfach wie konsequent: Wer einen Bus betritt, muss neben einem gültigen Fahrschein vor allem eines mitbringen: Respekt.
„Dass unsere Busfahrerinnen und Busfahrer im Gegenzug für ihren Einsatz immer öfter zur Zielscheibe von Unfreundlichkeiten, massiven Beleidigungen oder sogar körperlichen Übergriffen werden, ist absolut inakzeptabel“, findet Detmolds Bürgermeister Frank Hilker deutliche Worte.
„Es kann und darf nicht sein, dass Menschen Angst um ihre Gesundheit haben müssen, während sie einfach nur ihren Job machen. Wenn das Fahrpersonal angegriffen wird, betrifft das uns alle als Stadtgemeinschaft“, ergänzt er.
Gelebte Solidarität
Unter dem selbstbewussten Slogan „Leg‘ Dich nicht mit meinem Fahrer an!“ will die Kampagne bewusst einen neuen, mutigen Weg gehen. Statt rein auf die Einsicht von Tätern zu hoffen, möchte sie auf die Kraft der Gemeinschaft setzen und die große Mehrheit der Fahrgäste aktivieren, die täglich friedlich und dankbar unterwegs ist. Die Kampagne soll die Detmolder ermutigen, Haltung zu zeigen, hinzuschauen und sich aktiv mit den Fahrern zu solidarisieren.
„Ein sicheres und freundliches Miteinander im Nahverkehr geht uns alle an. Wo Aggression geduldet wird, leidet das Sicherheitsgefühl im gesamten Fahrzeug“, betont die SVD. Die Kampagne mache unmissverständlich klar: „Wenn Grenzen überschritten werden, zieht die Stadtgesellschaft diese Grenzen gemeinsam. Das Fahrpersonal steht nicht allein, sondern Detmold steht hinter ihm.“
Starke Charaktere als moralische Türsteher
Die visuelle Umsetzung der Kampagne, konzipiert von Teutrine-Medien, bringe diesen Gemeinschaftsgedanken auf den Punkt. In insgesamt sieben ausdrucksstarken Motiven sollen sich ganz unterschiedliche, charakterstarke Bürger schützend direkt vor die offene Bustür stellen.
Ob das Schulmädchen, der entschlossene Rocker, die resolute ältere Dame oder der junge Fußballer: Sie alle senden mit verschränkten Armen und klarem Blick dieselbe Botschaft an potenzielle Störenfriede: „Bis hierher und nicht weiter. Hier kommst du nicht rein – es sei denn, du bringst Respekt mit.“
Neben den symbolischen „Beschützern“ im Vordergrund wirke im Hintergrund das echte Fahrpersonal der von SVD beauftragten Verkehrsunternehmen mit. Aus anonymen Personen hinter dem Lenkrad sollen so sichtbare Mitmenschen, Nachbarn und Kollegen werden, die tagtäglich große Verantwortung für alle Bürger tragen und die maximale Wertschätzung verdienen.
Der Bürgermeister unterstützt die Aktion voll und ganz: „Diese Kampagne ist absolut notwendig für unsere Stadt. Sie rückt ein Thema ins Rampenlicht, das eigentlich selbstverständlich sein sollte. Wir brauchen diesen Weckruf, um der Bevölkerung klar vor Augen zu führen: Respekt ist keine Option, sondern Voraussetzung. Einsteigen darf bei uns jede und jeder – aber Respekt muss zwingend mit an Bord sein.“
Breite Präsenz im Detmolder Stadtgebiet
Damit die Botschaft tief im Bewusstsein der Menschen verankert wird, setzt die Kampagne auf eine dichte Präsenz an den täglichen Wegen der Bürger. Großformatige Plakate an den Bushaltestellen im gesamten Detmolder Stadtgebiet sollen den Blick bereits vor dem Einstieg einfangen.
In den Bussen selbst werden die Motive auf den Informationsmonitoren ausgespielt. Flankiert wird die Aktion durch eine intensive Anzeigen- und Social-Media-Kampagne, bei der die sieben unterschiedlichen Charaktere und ihre Geschichten nach und nach vorgestellt werden.
Am Ende stehe ein öffentliches Bekenntnis zu den eigenen Mitarbeitern und eine Einladung an alle Fahrgäste, Teil dieser starken, schützenden Gemeinschaft zu sein. „Denn Zivilcourage und Rücksichtnahme machen den Unterschied.“






