
Kreis Lippe/Detmold. Der neue Ausstellungssaal war mit 400 geladenen Gästen beim Festakt zur Eröffnung des neuen Eingangsgebäudes am Detmolder Freilichtmuseum mehr als gefüllt, als Ehrengast Hendrik Wüst, seines Zeichens NRW-Ministerpräsident, seine Festansprache hielt. Eines sei allerdings an ihm vorbeigegangen: die Diskussion um den neuen Namen des Museums.
Diese Namensfrage hatte die Region über lange Zeit bewegt. Schließlich wurde aus dem LWL-Freilichtmuseum Detmold das LWL-Museum Hellerlecht. Gewaltig prangt der Neubau nun vor dem Eingang und soll die Besucher für ihre Geschichte und Heimat begeistern. Zur Einweihung waren Gäste aus der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik sowie Wirtschaftsvertreter geladen. Für den feierlichen Rahmen hatte das Landestheater zudem sein Symphonisches Orchester und Musiktheaterensemble zur Verfügung gestellt.

Dr. Georg Lunemann, Direktor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), begrüßte die Anwesenden, dankte allen Beteiligten und betonte die herausragende Bedeutung des neuen Eingangs- und Ausstellungsgebäudes. „Das Gebäude ist mehr als nur das, es ist ein besonderer zukunftsweisender Ort, die neue Mitte, und heißt die Menschen willkommen. Es steht allen offen“, sagte er.
Er ging zudem auf die nachhaltige Bauweise mit Stumpflehmwänden, besonderem Beton und viel Holz ein – alles Materialien, die sich dem Gedanken des Museums angepasst hätten. Auch auf die Kosten, die mit 58 Millionen Euro zu Buche schlagen und mit 6 Millionen Euro vom Land gefördert wurden, kam er zu sprechen.
Ministerpräsident Hendrik Wüst fand ebenfalls lobende Worte für den Neubau. „In diesen lauten Zeiten brauchen die Menschen einen Ort der Ruhe und der Besinnung“, so der Ministerpräsident. Er lobte die Rolle der Nachhaltigkeit bei der Planung und dem Bau des Gebäudes: „Ich bin beeindruckt, was hier entstanden ist. Es fühlt sich gut an, hier zu sein, und es sieht großartig aus.“
Mit dem neuen Gebäude böten sich völlig neue Möglichkeiten, über das gesamte Jahr hinweg Ausstellungen, Bildungsangebote und Begegnungen möglich zu machen, ergänzte er.
Weiter betonte Wüst, Heimatmuseen wie dieses seien wichtig, weil sie einen Einblick in die Kulturgeschichte gäben und zeigten, was die Menschen vor unserer Zeit geschaffen hätten. Er wünschte sich, dass dieses Museum Anreiz zur Auseinandersetzung mit der Frage gebe, was unsere Heimat ausmache und was sie bedeute.
Am Ende sagte er, die Menschen seien nie so unterschiedlich gewesen wie jetzt, mit so unterschiedlichen Ansichten über ihre Zukunft. „Doch wie kann man regeln, wie sich Heimat in Zukunft entwickeln soll? Da gibt es eine sehr alte Idee, die ist nicht fehlerfrei, aber die hat sich bewährt. Die Idee heißt Demokratie“, betonte der CDU-Politiker.
Am Ende sorgte er noch für einige Lacher, als er erklärte: „Ich finde es richtig, dass hier drei Tage gefeiert wird, das ist es wert, auch wenn ich das sonst nur von Schützenfesten kenne.“
Die Besucher werden ab sofort an einem Tresen empfangen, an dem Tickets und Informationen erhältlich sind. Direkt dahinter befindet sich ein Museumsshop. Im angrenzenden Auditorium mit 140 Plätzen können künftig Vorträge gehalten oder auch Kinofilme gezeigt werden.
Vier mal sieben Meter misst das neue Geländemodell, das Orientierung und Informationen bieten soll. Darauf sind alle 120 Gebäude des rund 90 Hektar großen Geländes zu sehen. Über Touchscreens können die Besucher darüber hinaus Wissenswertes zu den einzelnen Häusern, Mühlen, Tieren und mehr abrufen. Das insgesamt 3.100 Quadratmeter große Forum ist das ganze Jahr geöffnet und kann kostenlos betreten werden.
Der Ausstellungsbereich ist das Kernstück des Forums mit dem neuen, 137 Quadratmeter großen „White Cube“. Im hinteren Gebäudeteil des Forums befinden sich ein Bistro und eine Mühlenwerkstatt für Kinder, beides ebenfalls jederzeit kostenfrei zugänglich.






