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Mika Weiser auf Instagram:
@fotos_kircheunddorf_heidenlage
Lage-Heiden. Wer bei der Berufsbezeichnung „Drohnenpilot“ an Lederjacke, Sonnenbrille und spektakuläre Landungen auf einem Flugzeugträger denkt, darf jetzt nicht enttäuscht sein: Mika Weiser hebt zwar regelmäßig ab, bleibt dabei aber erstaunlich bodenständig.
Während sein Fluggerät elegant durch die Lüfte schwebt, steht der 16-Jährige mit beiden Füßen fest auf der Erde und steuert den kleinen Flugroboter ganz unspektakulär über eine Fernbedienung.
Das Ergebnis allerdings sieht alles andere als bodenständig aus. Seine Videos wirken, als hätte ein erfahrener Pilot aus dem Cockpit einer Cessna den perfekten Kameraschwenk hinbekommen. Tatsächlich stammt das Material jedoch aus einer Drohne, die deutlich weniger Sprit verbraucht und deren Bordservice sich auf gelegentliche Software-Updates beschränkt.
Für einen echten Pilotenschein ist Mika ohnehin noch etwas jung, doch für seine Drohne hat er bereits eine Lizenz zum Fliegen erworben: den Drohnenführerschein für Fluggeräte über 249 Gramm. Damit kann er bis zu einer Höhe von 100 Metern aufsteigen. Allerdings darf kein Flughafen in der Nähe sein und Überflüge über private Grundstücke sind ebenfalls untersagt. Keine Gesichter, keine Nummernschilder von Autos, nur Objekte von öffentlichem Interesse. Aber die gibt es ja reichlich.
Gerade einmal 16 Jahre zählt der Heidener. Flugerfahrung hat er inzwischen trotzdem reichlich gesammelt – nur eben in einer Höhe, in der keine Flugbegleiter nach Kaffee oder Tee fragen. Zahlreiche Einsätze und Aufträge haben ihn zu einem Könner am Steuerknüppel der Fernbedienung gemacht. Einsätze wie die Sicherung des ursprünglichen Aussehens von Kirchenfenstern, bevor sie herausgenommen und durch neue ersetzt wurden. Fotografische Baubegleitung ist gefragt, Dokumentation von Ereignissen wie Osterfeuer, Mittelalter-Spektakel, Dorffest, Weihnachtsmarkt.
Wer Zeugnisse seiner Arbeit sucht, wird auf Mikas Instagram-Kanal schnell fündig. Dort präsentiert er beeindruckende Luftaufnahmen; allen voran der Heidener Kirchturm, der vermutlich inzwischen häufiger fotografiert wurde als so mancher Prominente auf dem roten Teppich.
https://www.instagram.com/fotos_kircheunddorf_heidenlage?igsh=MXF6amFyd2s5dWs2Zg==
Doch sein Objektiv richtet sich längst nicht nur gen Himmel. Auch das jüngste Mittelalterspektakel in Heiden hat er eindrucksvoll festgehalten. Inzwischen ist Mika außerdem als Fotograf und Filmer für Lage Aktuell unterwegs – diesmal allerdings nicht nur mit Blick von oben.
Aufmerksam geworden bin ich auf den Nachwuchs-Luftbildkünstler durch eine E-Mail von Ulrich Kraemer. Der Heidener schrieb, dass in seiner Nachbarschaft ein außergewöhnliches Talent heranwachse, das seiner Ansicht nach eine größere Bühne verdiene. Mit Mika sei er weder verwandt noch geschäftlich verbunden. Umso bemerkenswerter finde er dessen Engagement.
Kraemer schildert, wie Mika modernste Technik mit echter Heimatverbundenheit verbindet und seine professionellen Drohnenaufnahmen der Dorfgemeinschaft kostenlos zur Verfügung stellt. Für dieses Engagement sei der Jugendliche bereits 2023 mit dem Heimatpreis ausgezeichnet worden. Mika korrigiert im Gespräch mit der LWZ: »Ich habe den Heimatpreis 2023 nicht alleine und auch nicht für die Drohnenfotos bekommen. Der Preis ging an das gesamte Team des DorfCafés Heiden für unser ehrenamtliches Engagement dort, und ich wurde als Teil dieses Teams mit ausgezeichnet.«
Tatsächlich engagiert sich der 16-Jährige in der Jugendarbeit der Kirchengemeinde, hilft regelmäßig im Dorfcafé und organisiert gemeinsam mit Freunden sogar einen eigenen Stand auf dem Weihnachtsmarkt. In Zeiten, in denen ehrenamtliches Engagement nicht gerade Konjunktur habe, sei Mika ein Vorbild dafür, wie viel junge Menschen bewegen könnten, wenn sie für eine Sache brennen, urteilt Ulrich Kraemer.
Man könnte also sagen: Während andere Jugendliche ihre Freizeit auf dem Sofa verbringen, hebt Mika lieber ab – allerdings ausschließlich seine Drohne. Und die landet nach jedem Einsatz zuverlässig wieder dort, wo sie gestartet ist: mitten in Heiden. Sehr zur Freude all jener, die ihre Heimat gerne einmal aus der Vogelperspektive betrachten möchten.






