
Lemgo. Der Lemgoer Sommertreff feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen und wartet erneut mit einem vielfältigen Kulturprogramm auf. Einen Höhepunkt erlebten die Besucher am 17. Juli auf dem Marktplatz, als das NN-Theater Köln mit seiner Freilichtproduktion „Holmes und Watson – Wer hat Angst vorm schwarzen Hund“ in der Hansestadt gastierte.
Vor rund 400 Zuschauern präsentierte das Ensemble eine temporeiche Mischung aus Krimi, Komödie, Live-Musik und viktorianischem Humor.
Die Inszenierung basiert auf Arthur Conan Doyles berühmter Sherlock-Holmes-Geschichte „Der Hund von Baskerville“. Mit lediglich drei Darstellern gelang es dem NN-Theater, die Geschichte um den mysteriösen Fluch der Familie Baskerville lebendig werden zu lassen. Dabei schlüpften die Schauspieler immer wieder in unterschiedliche Rollen und überzeugten durch schnelle Kostümwechsel, verschiedene Stimmen und markante Charakterzeichnungen.
Bereits zu Beginn nahm die Aufführung das Publikum mit auf eine Moorhuhnjagd ins düstere Dartmoor. Typischer britischer Humor sorgte von Anfang an für zahlreiche Lacher. Der steinerne Saal auf dem Marktplatz war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Im Mittelpunkt der Handlung steht ein uralter Fluch, der seit Generationen auf der Familie Baskerville lasten soll. Ein geheimnisvoller Höllenhund, als schemenhafte Erscheinung hoch über der Bühnenmitte angedeutet, versetzt die Menschen der Region in Angst und Schrecken.
Die Frage, ob es sich tatsächlich um eine übernatürliche Bedrohung oder lediglich um eine Ausgeburt menschlicher Furcht handelt, zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Gleichzeitig entstehen in dieser Atmosphäre dunkle Machenschaften, darunter heimliches Torfstechen und geheime Geschäfte.
Das NN-Theater Köln, das bereits vor einigen Jahren erfolgreich in Lemgo gastierte und zu den bekanntesten Freilichttheatern Deutschlands zählt, setzt auch in dieser Produktion auf seine bewährte Mischung aus Spannung, aufwendigen Kostümen, Musik und Humor. Die Aufführung war in zwei Teile gegliedert und wurde bei trockenem Wetter von zahlreichen Besuchern verfolgt, die den Sommerabend bei kühlem Bier oder einem Eis genossen.
Besonderen Eindruck hinterließ zudem das Bühnenbild. Obwohl bewusst schlicht gehalten, fehlten keine der für die Handlung wichtigen Elemente. Zu Beginn noch von einem roten Tuch verhüllt, entwickelte sich die Szenerie im Verlauf des Abends zu einer stimmungsvollen Kulisse für die Ermittlungen von Sherlock Holmes, dargestellt von Michl Torbecke, und Dr. Watson, gespielt von Peter S. Herff.
Auf ihrer Jagd nach dem vermeintlichen Höllenhund begegnen die beiden Ermittler zahlreichen skurrilen Verdächtigen. Ein Mord erschüttert die Region, zudem versinkt eine junge Mutter im Moor, während ihr Baby glücklicherweise gerettet werden kann. Riesige Tierspuren und weitere rätselhafte Hinweise machen den Fall zum schwersten ihrer Karriere. Mit Mut, Scharfsinn und einer gehörigen Portion Witz gelingt es Holmes und Watson schließlich, das Geheimnis zu lüften.
Großen Anteil am Erfolg des Abends hatten die drei Darsteller Michl Torbecke, Christina Wiesemann und Peter S. Herff. Immer wieder wechselten sie mit bemerkenswerter Geschwindigkeit zwischen verschiedenen Figuren, Kostümen und Charakteren. Die Spielfreude des Trios war während der gesamten Aufführung deutlich spürbar und übertrug sich auf das Publikum.
Musikalisch begleitet wurde das Stück von Bernd Kaftan, der am E-Piano für die Live-Untermalung sorgte. Mit trockenem Humor, etwa seinem wiederkehrenden Satz „Ich wohne nur hier“, erntete er immer wieder Lacher aus dem Publikum. Passend zu den einzelnen Szenen wurden zudem Kriminal-Jingles eingespielt, die die Atmosphäre des Stücks zusätzlich verstärkten.
Die Besucher zeigten sich am Ende begeistert. Mit lang anhaltendem Applaus würdigten sie die Leistung des Ensembles. Auch die Spendendosen des Sommertreffs füllten sich reichlich.






