
Kreis Lippe/Lippstadt. Was als Herzensprojekt eines fußballbegeisterten Comedians begann, hat sich zu einer festen Größe im Veranstaltungskalender entwickelt.
Beim vierten „Numero Uno Cup“ bringt Matze Knop erneut ehemalige Profis, Entertainer und Musiker für den guten Zweck nach Lippstadt. Im Gespräch mit der LWZ erklärt der Entertainer, warum ihm das Event so wichtig ist, welche Stars dabei sind und weshalb er erst aufhören will, wenn Luca Toni persönlich auf dem Platz steht.
LIPPISCHE WOCHENZEITUNG (LWZ): Der „Numero Uno Cup“ geht inzwischen in die vierte Runde. Was hat Sie ursprünglich dazu bewogen, aus einem Fußballspiel ein so großes Charity-Event zu machen? Und wann haben Sie gemerkt, dass daraus mehr geworden ist als eine einmalige Idee?
Matze Knop: Die Idee für ein solches Fußballspiel hatte ich schon lange. Fußball ist neben der Comedy meine große Leidenschaft, und ich bin selbst bis heute in gewisser Weise noch aktiv. Deshalb ist mir dieses Projekt eine echte Herzensangelegenheit. Gleichzeitig engagiere ich mich seit vielen Jahren für den guten Zweck. Ich bin seit mehr als 20 Jahren Schirmherr von Kinderlachen e. V. und habe außerdem eine eigene Stiftung in meiner Heimatregion, die sich ebenfalls sozial engagiert.
Da lag es für mich nahe, beide Bereiche miteinander zu verbinden. Dass die erste Veranstaltung dann so sensationell erfolgreich verlaufen ist, hat mich ehrlich gesagt selbst überrascht. Mit dieser Entwicklung hatte ich nicht gerechnet. Danach war für mich schnell klar: Das Ganze schreit geradezu nach einer Wiederholung.
LWZ: Sie haben es gerade angesprochen: Sie sind sehr eng mit Ihrer Heimatregion Lippstadt verbunden. Was bedeutet es Ihnen, ein solches Event nicht irgendwo in einer großen Arena, sondern bewusst vor heimischem Publikum zu veranstalten?
Knop: Es ist immer schön, etwas zurückgeben zu können. Ich habe dieser Region und der Stadt viel zu verdanken, schließlich bin ich hier aufgewachsen und groß geworden. Viele Menschen kenne ich seit Jahren, und umgekehrt kennen mich viele auch aus dem Fernsehen. Darüber freue ich mich natürlich.
Deshalb habe ich mir gedacht: Warum nicht die Möglichkeiten, die ich habe, in die Region einbringen und hier in unserer Heimatstadt etwas auf die Beine stellen? Ein großer Vorteil ist dabei mein gewachsenes Netzwerk. Viele potenzielle Unterstützer kenne ich seit Langem. Wenn ich sie beispielsweise anrufe und frage, ob wir ihre Kneipe nutzen können oder jemand Flyer für den guten Zweck drucken würde, ist die Bereitschaft oft groß, zu helfen. Das macht vieles einfacher. In einer fremden Stadt hätte ich diese Strukturen und Kontakte nicht. Genau das sind die beiden Hauptgründe für mein Engagement hier vor Ort.
LWZ: Und wie schaffen Sie es, die Stars für Ihr Event zu gewinnen? Läuft das auch hauptsächlich über persönliche Kontakte?
Knop: Die Spieler kommen entweder über meine direkten Kontakte ins Team oder über Menschen aus meinem Netzwerk. Oft rufe ich die Jungs einfach selbst an und frage: „Hast du Lust und Zeit?“ In anderen Fällen kenne ich jemanden, der den Kontakt hat und die Anfrage weitergeben kann. Bei einer Charity-Veranstaltung hängt natürlich vieles davon ab, ob die Spieler überhaupt Zeit haben.
Deshalb habe ich auch immer Verständnis, wenn jemand absagen muss, weil berufliche Verpflichtungen Vorrang haben. Schließlich ist das ihr Job. Letztlich funktioniert vieles nach dem Prinzip: Ich kenne jemanden oder ich kenne jemanden, der jemanden kennt. Ein gutes Netzwerk kann dabei nur helfen. Was mich allerdings besonders positiv überrascht hat, war die große Bereitschaft, mitzumachen.
Dass so viele gesagt haben: „Ey Mensch, ich komme, wenn der Matze anruft“, hätte ich vor der ersten Veranstaltung nicht erwartet. Das war für mich eine wirklich schöne Erkenntnis.

LWZ: Gab es eine Begegnung mit einem Prominenten, den Sie vorher noch nicht kannten, die Sie am meisten überrascht hat?
Knop: Ich möchte bewusst niemanden einzeln hervorheben, denn genau das macht den Fußball aus: Es geht immer ums Kollektiv. Als Comedian bin ich normalerweise Einzelkämpfer und stehe allein auf der Bühne. Umso schöner ist für mich die Erfahrung im Fußball, zum Beispiel als Teil der deutschen Komiker-Nationalmannschaft, weil dieser Sport Menschen verbindet. Im vergangenen Jahr war beispielsweise Sven Hannawald dabei, der als Skispringer aus einem Einzelsport kommt.
Spannend ist zu sehen, wie sie, aber auch andere Comedians oder Künstler, sich in eine Mannschaft einfügen, für das Team laufen, kämpfen und gemeinsam gewinnen wollen. Das ist eigentlich die coolste Geschichte. Für Mannschaftssportler ist das selbstverständlich, für Einzelkämpfer dagegen oft eine völlig neue Erfahrung. Viele erzählen hinterher, wie besonders es für sie war, gemeinsam mit anderen einen Erfolg zu feiern. Deshalb höre ich häufig den Satz: „Das war ein tolles Erlebnis, ich wäre gern wieder dabei.“
LWZ: Neben dem Sportlichen steht natürlich der Charity-Gedanke im Mittelpunkt. Wie lautet Ihr persönliches Spendenziel?
Knop: Im besten Fall steigern wir uns natürlich im Vergleich zum Vorjahr. Wenn ich mich richtig erinnere, lagen wir damals bei rund 33.000 Euro. Es wäre großartig, wenn wir diese Summe knacken könnten. Aber letztlich geht es nicht darum, Rekorde aufzustellen oder einen Wettbewerb zu gewinnen, sondern darum, so viel Unterstützung wie möglich für den guten Zweck zu sammeln.
Ich freue mich über jeden einzelnen Euro. Wenn jemand im vergangenen Jahr 100 Euro gespendet hat und diesmal nur 20 Euro geben kann, dann ist das genauso wertvoll. Am Ende bin ich dankbar für jeden, der die Sache unterstützt. Ob jemand spendet, ein paar Euro übrig hat oder vielleicht ein oder zwei Lose mehr kauft: Dafür kann man nur dankbar sein.
LWZ: Woran würden Sie es festmachen, dass der vierte „Numero Uno Cup“ wieder ein Erfolg war?
Knop: Der Erfolg einer solchen Veranstaltung lässt sich auf verschiedene Weise messen. Natürlich spielt die Zuschauerzahl eine Rolle, ebenso die Resonanz, die wir im Nachhinein erhalten. Auch die Spendensumme ist wichtig, schließlich geht es darum, Geld für den guten Zweck zu sammeln. Der größte Erfolg ist für mich aber, wenn wir konkret helfen können.
So haben wir nach der vergangenen Veranstaltung wieder zwei Kinder, darunter eines aus der Region Lippstadt, bei einer Delfintherapie in der Türkei unterstützt. Wenn man dann erfährt, dass den Kindern die Therapie gutgetan hat und sie Entwicklungsschritte gemacht haben, dann ist das eigentlich der schönste Erfolg, den dieses Spiel hervorbringen kann.
Ich würde mich zudem freuen, wenn wir auch künftig Menschen unterstützen können, möglicherweise auch in anderen Bereichen. In der Vergangenheit haben wir bereits eine Rüttelplatte und ein Klettergerüst angeschafft, Schulbänke gebaut sowie für ein Krankenhaus Stillsitze und -sessel finanziert. Dabei kommt es für mich nicht darauf an, ob am Ende 500 Euro mehr oder weniger zusammenkommen.
Genauso wichtig ist mir, dass die Spieler gerne dabei sind. Alle kommen ehrenamtlich und erhalten kein Geld. Deshalb wünsche ich mir, dass sie sagen können: „Das war ein schöner Nachmittag, ein tolles Erlebnis.“ Wenn dann noch das Wetter mitspielt, man gemeinsam isst, trinkt, sich austauscht und neue Menschen kennenlernt, dann ist die Veranstaltung für mich rundum ein Erfolg.
LWZ: Auf welche großen Namen dürfen sich die Zuschauer unter anderem freuen?
Knop: Mit Tim Wiese und Ailton, Mario Basler und Dariusz Wosz sowie Jermaine Jones und Sidney Sam sind einige ehemalige Bundesliga- und Nationalspieler dabei. Dazu kommen Carlos Kameni, der Rekord-Nationaltorhüter Kameruns, und Jiří Jarošík, der hat unter José Mourinho bei Chelsea gespielt.
Mit Julia Simic und Inka Grings sind zudem zwei prominente Vertreterinnen des Frauenfußballs dabei. Außerdem haben Uli Borowka und Ansgar Brinkmann zugesagt. Michael Henke wird die Mannschaft als Trainer unterstützen. Und ich gehe davon aus, dass auch Oliver Pocher wieder vorbeischauen wird. Insgesamt sind wir wieder top besetzt.
LWZ: Werden Sie dann auch wieder in eine Ihrer Rollen schlüpfen?
Knop: Theoretisch muss Luca Toni jedes Jahr dabei sein, denn der „Nummero Uno Cup“ und der dazugehörige Song sind ihm gewidmet. Deshalb sage ich immer: Ich veranstalte das Turnier so lange, bis Luca Toni tatsächlich einmal persönlich kommt. Und bis es so weit ist, setze ich mir auch weiterhin die Perücke auf den Kopf.
LWZ: Gibt es sonst noch etwas, was die LWZ-Leser unbedingt über den „Nummero Uno Cup“ erfahren müssen?
Knop: Die Leser sollten wissen, dass es von Lippe nach Lippstadt nur ein Katzensprung ist. Die Anreise lohnt sich auf jeden Fall, denn wir haben ein echtes Familien-Event auf die Beine gestellt. Neben dem Fußball gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm. Ab 15.30 Uhr tritt Isa Glücklich auf und sorgt mit ihren Hits wie „Der Zug hat keine Bremsen“ oder „Oktopus“, natürlich die Kinder-Versionen (lachend) für Stimmung bei den jüngsten Besuchern.
Um 16 Uhr folgt das Vorspiel zwischen den „Montagskickern Dedinghausen“, einem Team von Kindern mit Beeinträchtigung, und den „Aue-Kickers“, einer Inklusionsmannschaft aus Olsberg. Außerdem werde ich selbst auftreten. Mit dabei ist auch T-Seven, die frühere Sängerin von Mr. President, die natürlich „Coco Jamboo“ und weitere bekannte Hits im Gepäck hat.
In der Halbzeit sorgt zudem Toni Cottura von Fun Factory dafür, dass die 90er-Jahre mit ihren größten Party-Hits noch einmal aufleben. Dazu kommen ein Feuerwerk und viele Attraktionen für Familien. Auch Superhelden wie Spider-Man und andere Avengers sind vor Ort. Deshalb kann ich nur sagen: Einfach ins Auto setzen und vorbeikommen, es wird eine geile Geschichte.
LWZ: Eine Frage noch zum Abschluss: Was verbinden Sie mit dem Kreis Lippe?
Knop: Mit Lippe verbinde ich etwas ganz Persönliches. Soweit ich mich erinnere, hatte ich einen meiner allerersten Auftritte als „Supa Richie“ Ende der 1990er-Jahre in Detmold.
Deshalb wird diese Region für mich immer einen besonderen Platz im Herzen haben. Außerdem bin ich ein Kind des Lokalfunks. Radio Lippe ist mir natürlich seit vielen Jahren ein Begriff. In dieser Zeit war ich dort mehrfach zu Gast und habe die Redaktion besucht. Daher gibt es für mich viele persönliche Verbindungen nach Lippe, die bis heute geblieben sind.
Das Gespräch führte Yves Brummel.
LWZ verlost Tickets
Zusätzlich verlost die LWZ insgesamt 2×2 Karten (zweimal Sitzplatz, zweimal Stehplatz) für den vierten „Numero Uno Cup“ am Sonntag, 6. September. Um an der Verlosung teilzunehmen, gilt es, die folgende Frage zu beantworten und die korrekte Lösung per E-Mail mit dem Stichwort „Matze“ an gewinnspiel@lwz24.de zu schicken: Wo findet der „Numero Uno Cup“ statt? Einsendeschluss ist Mittwoch, 2. September 2026. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt; der Rechtsweg ist ausgeschlossen.






