Symbolbild. Foto: Adobe Stock

Bielefeld. Seit Montag, 31. August, registriert die Polizei im gesamten Bielefelder Stadtgebiet wieder vermehrt Schockanrufe von Betrügern. Mit erfundenen Notlagen und erheblichem psychischem Druck versuchen die Täter, insbesondere ältere Menschen zur Herausgabe von Geld zu bewegen. In zwei aktuellen Fällen konnten eine Tochter sowie ein aufmerksamer Bankmitarbeiter einen finanziellen Schaden verhindern.


Gegen 11.30 Uhr erhielt eine Bielefelderin einen Anruf von einem Mann, der sich als Polizist ausgab. Der Anrufer behauptete, ihre Tochter befinde sich in einer schwierigen Lage, und erkundigte sich zunächst nach den finanziellen Verhältnissen der Seniorin. Anschließend forderte er sie auf, das vorhandene Geld laut am Telefon vorzuzählen.

Im weiteren Verlauf setzte der vermeintliche Polizeibeamte die Frau massiv unter Druck. Er behauptete, ihre Tochter müsse für sechs Jahre ins Gefängnis, falls das Geld nicht ausgehändigt werde. Während des Gesprächs kam eine Tochter der angerufenen Frau hinzu. Sie bemerkte, dass sich ihre Mutter in einer schlechten psychischen Verfassung befand, und fragte nach dem Gesprächspartner. Nachdem die Mutter ihr den Hörer übergeben hatte, erkundigte sich der Anrufer, wer die weitere Frauenstimme sei. Daraufhin beendete die Tochter das Telefonat.

Ein weiterer Fall ereignete sich am Dienstag gegen 13 Uhr. Zunächst meldete sich eine Frau bei einem Bielefelder und gab sich als Mitarbeiterin eines Krankenhauses aus. Anschließend wurde der Mann zu einer angeblichen Polizistin weitergeleitet. Diese erklärte, seine Tochter sei in einen tödlichen Verkehrsunfall verwickelt und müsse nun mit Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung rechnen.

Um eine drohende Inhaftierung abzuwenden, solle eine Zahlung von 80.000 Euro geleistet werden, behauptete die Betrügerin. Als der Mann erwiderte, nicht über einen derart hohen Betrag zu verfügen, wies ihn die falsche Polizistin an, das Geld bei seiner Bank abzuheben.

Der Senior nahm daraufhin Kontakt zu seinem Geldinstitut auf. Ein Bankmitarbeiter erkannte die Situation sofort als bekannte Betrugsmasche und machte den Kunden darauf aufmerksam. Nach Rückfragen im Krankenhaus sowie bei seiner Tochter stellte sich schnell heraus, dass die geschilderte Geschichte frei erfunden war und Betrüger hinter den Anrufen steckten.

Die Polizei warnt eindringlich vor der aktuellen Schockanruf-Welle und rät Betroffenen, sich nicht unter Druck setzen zu lassen. Wer einen solchen Anruf erhält, sollte das Gespräch sofort beenden und selbstständig die Polizei kontaktieren, um den Sachverhalt zu überprüfen. Geld oder Wertsachen sollten niemals an vermeintliche Mitarbeiter von Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichten oder Geldinstituten übergeben werden.