Um den Lippischen Heimatdichter Frido Petig (Mitte) versammeln sich die Festredner des Abends: (von links) Dr. Stefan Wiesekopsieker und Brigitte Scheuer (Vereinsvorsitzende), Dr. Axel Lehmann (Vorsitzender des Lippischen Heimatbundes) sowie Bürgermeister Dirk Tolkemitt. Foto: Reiner Toppmöller

Bad Salzuflen. Der Heimat- und Verschönerungsverein (HVV) Bad Salzuflen zählt zu den ältesten Ortsvereinen des Lippischen Heimatbundes. Im August 1876 wurde der Verein, etwa zeitgleich mit der Buchhandlung Maschke, so der derzeitige Vorsitzende Dr. Stefan Wiesekopsieker, gegründet.


Bis heute mischt er sich in die Belange der Stadt ein und versucht, Erhaltenswertes für die Stadt zu bewahren. Etwa 600 Mitglieder zählt der HVV heute. 250 waren zum Festakt ins Kurhaus gekommen.

Die Verschönerung der Stadt und ihrer nächsten Umgebung, wie es der Verein bereits 1876 in seine Statuten schrieb, und die Geschichte des Ortes für die Nachwelt erhalten, dies seien noch immer die Prämissen des Vereins, so der aktuelle Vorsitzende in seiner Begrüßungsrede.

Neben dem Vorsitzenden des Lippischen Heimatbundes, Dr. Axel Lehmann, waren auch der ehemalige Archivar der Stadt, Franz Meier, Vertreter aus Rat und Verwaltung, einige Sponsoren sowie Bürgermeister Dirk Tolkemitt gekommen.

Der Bürgermeister sagte in seiner Rede, dass Schönheit oft im Auge des Betrachters liege, und sprach damit die innerhalb des Vereins umstrittene Entscheidung zum Umbau des Kurhauses an. Schmunzelt und mit Blick auf Dr. Wiesekopsieker meinte er, dass sich der Verein dort heute doch auch wohlfühlen könne.

„Es ist wichtig, Altes zu erhalten, aber man muss auch in die Zukunft blicken. Das Kurhaus ist ein Beispiel dafür. Reibung, die es manchmal zwischen uns gibt, erzeugt Wärme und am Ende Wohlbefinden. Und dass es Beispiele guter Zusammenarbeit gibt, zeigen die Rundbänke im Kurpark oder die Zusammenarbeit an der Paulinenquelle. Und ja, Dr. Wiesekopsieker erinnert uns immer wieder an Gebäude, die saniert werden müssen, wie die Villa an der Parkstraße. Da kann ich Ihnen heute sagen: Der Besitzer hat zugesagt, das Haus bis 2028 zu sanieren. Wenn nicht, wird es der Stadt geschenkt“, so der Bürgermeister.

Dr. Lehmann sagte, dass Heimat vielschichtig sei und die Aufgaben eines Heimatvereins viel mehr seien, als nur Blumen zu pflanzen. „Es geht um Bewahrung und Fortentwicklung kulturellen Erbes, aber auch um das Fördern von Lebensqualität vor Ort. Zur Entwicklung der Stadt und des Staatsbades haben viele aus dem HVV beigetragen“, so der Chef des Lippischen Heimatbundes.

Dr. Wiesekopsieker zeigte den Weg des HVV in seinem Vortrag auf. Er sagte aber auch: „Wir sind nicht die ewig Gestrigen. Wir wollen uns weiter kritisch zu Wort melden und weiter Impulsgeber der Stadt sein. Wir sind dankbar und stolz auf unser Jubiläum und blicken zuversichtlich nach vorn.“

Seine Stellvertreterin, Brigitte Scheuer, hob noch zu einer Laudatio auf den langjährigen Vorsitzenden an: „Er ist der HVV, seit 33 Jahren im Vorstand und seit 27 Jahren Vorsitzender. Er reiht sich damit in die Liste seiner Vorgänger ein, die alle über Jahrzehnte für den Verein da waren.“ Sie und Dr. Wiesekopsieker gehören auch zum Vorstand des Lippischen Heimatbundes.

Während Michel Klein mit ausgesuchten Liedern wie „The Last Unicorn“, „Dein ist mein ganzes Herz“ und „Ruby Tuesday“ für die musikalische Unterhaltung des Festaktes sorgte, brachte der dichtende Landwirt Frido Petig mit seinen lippischen Reimen die lustige Seite in eine sonst eher ernste Veranstaltung.

Um den Festakt rund zu machen, lud der HVV nach dem offiziellen Teil noch zum gemeinsamen Beisammensein bei einem kalten Buffet und kühlen Getränken ein.