Guter Einfall: Die Eisenbahnfreunde Lippe überraschen ihre Besucher beim Tag der offenen Tür 2026 mit Live-Musik. „Kurts Combo“ spielt auf: Die mehr als 100 Gäste sind begeistert.  Foto: Marita Gärtner

Lage-Kachtenhausen. »Tag der offenen Tür« am gestrigen Sonntag im Bahnhof Ehlenbruch: Die »Eisenbahnfreunde Lippe« bieten ihren Besuchern nicht nur Modellbahnanlagen verschiedener Nenngrößen, sondern auch die passende Musik dazu: Live-Musik von der Band »Kurts Combo«. Gleichzeitig starten sie den Verkauf ihres Hochglanzkalenders »Eisenbahn in Lippe 2027«.


Dieses überraschend geplante Highlight wäre  beinahe ins Wasser gefallen. Nicht, weil es zu viel geregnet hätte. Sondern weil die Combo Zug um Zug zusammengeschrumpft war. Erst kam der Gitarrist nicht rechtzeitig von einer Norwegen-Kreuzfahrt zurück. Der zweite Gittarero musste sich einer Darm-Operation unterziehen. Sein Ersatzmann schnitt sich beim Öffnen einer Amazon-Verpackung an einem Plastikteil so in den Finger, dass er seine Gitarre nicht mehr zupfen konnte. Was tun?

Weil sie die Eisenbahnfreunde nicht im Regen stehen lassen wollten, entschlossen sich Kurt Plöger und Hajo Gärtner, die fehlenden Combo-Mitglieder zu ersetzen. So spielte jeder zwei Instrumente. Das ging natürlich nicht gleichzeitig: Kurt bediente abwechselnd Cachon und Gitarre; Hajo E-Bass und Keyboard. Das Publikum zeigte für diese Improvisation großes Verständnis und geizte bei allen Songs nicht mit Applaus, verlangte am Ende entschieden auch eine Zugabe. Weil die Combo damit nicht gerechnet hatte, fuhr der »Sonderzug nach Pankow« also zwei Mal ab.

Sei’s drum: Am Ende wurde die Combo für weitere „Gigs“ verpflichtet, der Traum einer jeden Band. Die Publikumsgunst resultierte nicht zuletzt aus dem lebendigen Musikvortrag und der lustigen Moderation.

Uwe Genz, einer der Vereinsgründer, sah sich zu seinem 90. Geburtstag mit einem lauten Ständchen konfrontiert: »Schön, dass du geboren bist; wir hätten dich sonst sehr vermisst« (Rolf Zuckowski). Das Geburtstagslied war aber auch an die Jugendabteilung der Eisenbahnfreunde adressiert, die inzwischen 50 Jahre alt ist. Nein, nicht die Jugendlichen sind 50 Jahre alt: Die Organisation lebt jetzt schon so lange. Die »Jugendlichen von einst« sind allerdings immer noch dabei.

Diese Vereinstreue ist ein Kennzeichen der Eisenbahnfreunde und wird durch die großen Leidenschaft zu den kleinen Loks geradezu erzwungen. Trotzdem schaut Vereinsvorsitzender Dirk Schneider auch sorgenvoll in die Zukunft: Es fehlt bald ein Betreuer der Jugendgruppe: aus Altersgründen. Und wenn die Jugendgruppe dahinschmilzt, fehlt es den Eisenbahnfreunden am Ende an Nachwuchs.

Was die Beschäftigung mit der Welt des Eisenbahnbaus den Jüngern dieses Hobbys bedeutet, erläutern die Vorsitzenden von drei Vereinsgenerationen mit Gespräch mit der Lippischen Wochenzeitung:

An dieser Stelle soll möglichst schnell eine Bildergalerie und ein Videoclip mit Drohnenbildern entstehen.