Der Vorsitzende des Freundeskreises, Daniel Laux, und der Kommandeur des Panzerbataillons 203, Oberstleutnant i.G. Oliver Kaufmann (von links), bei der Begrüßung der Gäste. Foto: Freundeskreis Panzerbataillon 203, 214, 213

Augustdorf. Mit einem großen Geburtstagsbiwak in der GFM-Rommel-Kaserne haben das Panzerbataillon 203 und der Freundeskreis Panzerbataillon 203, 214, 213 am 12. September ihre runden Jubiläen gefeiert.


Während das Bataillon auf 70 Jahre Geschichte zurückblickt, beging der Freundeskreis sein 40-jähriges Bestehen. Rund 400 Gäste folgten der Einladung in die Augustdorfer Kaserne.

Der Kommandeur des Panzerbataillons 203, Oberstleutnant i.G. Oliver Kaufmann, nutzte seine Begrüßung, um den Bogen über sieben Jahrzehnte Verbandsgeschichte zu schlagen. Die Wurzeln des Bataillons reichen bis ins Jahr 1956 zurück, als der Verband als Panzergrenadierbataillon 13 in Schleswig aufgestellt wurde.

Bereits 1957 folgte die Stationierung in Hemer. Nach mehreren Umgliederungen und Umbenennungen entstand 1975 schließlich das Panzerbataillon 203, das 2007 seinen Standort von Hemer nach Augustdorf verlegte.

Besonders eng verbunden fühlt sich das Bataillon mit einer deutlich älteren militärischen Tradition. Es steht in der Nachfolge des preußischen Infanterieregiments Nummer 16, das 1813 im Zuge der Befreiungskriege gegen Napoleon aufgestellt wurde.

Nach der erfolgreichen Schlacht bei Großbeeren erhielt das Regiment den Beinamen „Die Hacketäuer“. Der Hintergrund: Aufgrund starker Regenfälle war das Schießpulver der westfälischen Soldaten unbrauchbar geworden. Sie wurden daher mit dem Ruf „Hacke Tau, es geit fort Vaterland“ dazu angefeuert, mit den Gewehrkolben anzugreifen. Bis heute ist „Hacke Tau“ der Schlachtruf des Panzerbataillons 203.

Zugleich richtet sich der Blick des Verbandes in die Zukunft. Kaufmann erinnerte daran, dass das Bataillon im kommenden Jahr als Kampfverband der Panzerbrigade 45 dauerhaft nach Litauen verlegt werden soll.

Bindeglied zwischen Truppe und Region

Der Vorsitzende des Freundeskreises, Daniel Laux, stellte den Gästen die Entwicklung und Aufgaben des Vereins vor. Gegründet wurde der Freundeskreis 1986 zunächst als Freundeskreis Panzerbataillon 214. Nach der Auflösung des Bataillons im Jahr 2002 blieb der Verein zunächst ohne Partnerverband aktiv.

Eine neue Verbindung entstand 2007 mit dem Umzug des Panzerbataillons 203 von Hemer nach Augustdorf. Später kam der Traditionsverband 1./213 hinzu, woraus sich der heutige Vereinsname entwickelte.

Nach den Worten von Laux unterstützt der Freundeskreis vor allem Soldaten, die unverschuldet in Not geraten sind, sowie Kameraden in Einsätzen. Darüber hinaus pflegen die Mitglieder die Verbundenheit zwischen aktiven Soldaten, Ehemaligen, Reservisten und der Region rund um den Bundeswehrstandort Augustdorf.

Emotionaler Abschied für Bataillonskommandeur

Einen besonders bewegenden Höhepunkt erlebte das Jubiläumsbiwak am Abend. In einer feierlichen Zeremonie bei Fackelschein und begleitet von Dudelsackmusik der „Pipes and Drums“ aus Bielefeld wurde Oberstleutnant Kaufmann verabschiedet.

Als Zeichen der Anerkennung für die enge Zusammenarbeit überreichte der Freundeskreis dem scheidenden Bataillonskommandeur den Ehrencoin Nummer 19 des Vereins. Daniel Laux würdigte dessen Wirken mit persönlichen Worten: „Sie haben uns auf Augenhöhe behandelt, waren ein echter Partner.“

Kaufmann gab das Kompliment unmittelbar zurück. „Der Verein leistet absolut Außergewöhnliches. Dieser Abschied hat mich überrascht und berührt“, sagte der Kommandeur.

Im Rahmen des Festabends wurden zudem Jürgen Behlke und August-Wilhelm „Auwi“ Bentmann für ihre außergewöhnliche Arbeit als Unterstützer und Möglichmacher ausgezeichnet.

Anschließend wurde in der GFM-Rommel-Kaserne noch ausgiebig gefeiert. Zahlreiche Gäste stießen dabei auf die aktiven Soldaten des Panzerbataillons 203 an, die mit ihrer Unterstützung das große Jubiläumsbiwak zu einer rundum gelungenen Feier der gesamten Panzerfamilie machten.