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Bielefeld. Die Medizinische Fakultät OWL der Universität Bielefeld hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Zum Wintersemester 2026/27 haben erstmals 300 Studenten ihr Humanmedizinstudium aufgenommen. Damit ist die geplante Endausbaustufe der erst 2019 gegründeten Fakultät erreicht. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt den Aufbau des neuen Medizinstandorts mit einer Finanzierungszusage von bis zu 578 Millionen Euro für die Baukosten.


Parallel zum Erreichen der vollen Ausbildungskapazität wurden am Dienstag die neuen Lehr- und Forschungsgebäude R5 und R6 offiziell eröffnet. Die nordrhein-westfälische Ministerin für Kultur und Wissenschaft, Ina Brandes, nahm an der Eröffnung teil. Die beiden Neubauten bieten rund 8.000 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche für moderne medizinische Lehre und Forschung. Rund 120 Millionen Euro investierte das Land in die Errichtung der Gebäude.

Die Medizinische Fakultät OWL soll gezielt dazu beitragen, die ärztliche Versorgung in Ostwestfalen-Lippe langfristig zu sichern. Besonderes Kennzeichen des Bielefelder Modellstudiengangs Humanmedizin ist seine starke Praxisorientierung. Schwerpunkte liegen unter anderem auf der ambulanten Versorgung und der Allgemeinmedizin.

Wissenschaftsministerin Ina Brandes bezeichnete die Universität Bielefeld mit ihren nun 300 Studienplätzen für Erstsemester als einen der großen Standorte der Hochschulmedizin in Nordrhein-Westfalen. Die neuen Gebäude böten hervorragende Voraussetzungen für eine moderne und praxisnahe Ausbildung künftiger Ärztinnen und Ärzte. Zugleich sei die Fakultät ein Gewinn für die Region und stärke den Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen.

Auch die Rektorin der Universität Bielefeld, Professorin Dr. Angelika Epple, zog eine positive Bilanz des bisherigen Aufbaus. In Rekordzeit sei es gelungen, die mit dem Land vereinbarte Aufnahmekapazität von 300 Studienanfängern pro Jahr zu erreichen. Die Universität übernehme gemeinsam mit dem Land Verantwortung, um dem Ärztemangel entgegenzuwirken und die medizinische Versorgung in der Region langfristig zu stärken.

Seit dem Wintersemester 2021/22, als die ersten 60 Studierenden ihr Medizinstudium in Bielefeld aufnahmen, wurde die Kapazität schrittweise ausgebaut. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Studienanfängerplätze zunächst auf 120 erhöht worden. Mit den nun erreichten 300 Plätzen ist die vorgesehene Vollauslastung erreicht.

Auch baulich ist der neue Medizinstandort weit fortgeschritten. Acht Gebäude für Lehre und Forschung sind bereits in Betrieb, zwei weitere befinden sich derzeit im Bau. Insgesamt entstehen rund 31.000 Quadratmeter Nutzfläche. Das neue Gebäude R5 wird gemeinsam von der Medizinischen Fakultät und der Fakultät für Biologie genutzt. Im Gebäude R6 sind die Anatomie mit Prosektur und Präpariersaal untergebracht. Hinzu kommen ein Hörsaal mit rund 300 Plätzen sowie moderne Praktikums- und Seminarräume.

Nordrhein-Westfalen verfügt aktuell über acht staatliche medizinische Fakultäten in Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Duisburg-Essen, Köln und Münster sowie die private Universität Witten/Herdecke. Dort lehren derzeit rund 860 Professoren insgesamt knapp 21.400 Studenten der Human- und Zahnmedizin.

Für das laufende Studienjahr stehen landesweit 2.749 Studienanfängerplätze in der Humanmedizin zur Verfügung. Seit 2017 ist deren Zahl um rund 20 Prozent gestiegen. Für Lehre, Forschung, Investitionen und Betriebskosten stellt das Land den medizinischen Fachbereichen und Universitätskliniken im Jahr 2026 rund 1,7 Milliarden Euro zur Verfügung.