
Extertal-Bösingfeld. Mittwochvormittag, 10.45 Uhr. Ein ganz gewöhnlicher Schultag an der Sekundarschule Nordlippe im Hackemackweg. Schüler sitzen im Unterricht, Lehrer geben alles, um sie zu motivieren und Leistung zu zeigen. Doch plötzlich ist Schluss mit lustig. Ein Alarm durchschneidet die Normalität. Amokalarm! Ein Wort, das niemand hören möchte und das innerhalb von Sekunden für Entsetzen, Angst und höchste Anspannung sorgt.
Was zunächst wie ein ganz normaler Vormittag begonnen hatte, verwandelte sich schlagartig in einen Ausnahmezustand. Türen wurden geschlossen, Räume gesichert, alle Personen, die sich zu diesem Zeitpunkt im Schulgebäude aufhielten, mussten sich einschließen. Niemand wusste zunächst, was tatsächlich vor sich ging. War ein Täter im Gebäude? Bestand akute Gefahr? Oder handelte es sich möglicherweise um einen Fehlalarm? Fragen, auf die es in diesen Minuten keine Antworten gab.
Die Polizei reagierte mit einem Großaufgebot. Zahlreiche Einsatzkräfte eilten zum Schulstandort im Hackemackweg. Das Schulgelände wurde gründlich unter die Lupe genommen. Sämtliche Gebäude und das gesamte Areal wurden systematisch durchsucht. Jeder Raum, jeder Winkel, jede mögliche Gefahrenstelle musste überprüft werden. Schließlich galt es, auch das kleinste Risiko auszuschließen.
Während draußen die Beamten ihre Arbeit verrichteten, harrten die Menschen im Inneren der Schule aus. Die Anspannung dürfte erheblich gewesen sein. In solchen Situationen zählt jede Minute, und die Ungewissheit ist häufig schlimmer als die eigentliche Gefahr. Doch die Polizei ließ nichts unversucht, um Klarheit zu schaffen.
Dann die erlösende Nachricht: Bei der umfangreichen Durchsuchung fanden sich keinerlei verdächtige Hinweise. Kein Täter, keine Bedrohung, keine Anzeichen für eine tatsächliche Gefahrenlage. Nach und nach konnten die eingeschlossenen Personen aufatmen. Die Beamten begleiteten sämtliche Anwesenden aus dem Gebäude. Anschließend durften Schüler und Lehrer nach Hause gehen.
Gegen 12.45 Uhr war der Polizeieinsatz schließlich beendet. Rund zwei Stunden nach dem ersten Alarm kehrte zumindest äußerlich wieder Ruhe ein. Für die Betroffenen dürfte dieser Vormittag allerdings noch eine ganze Weile nachwirken.
Nach ersten Erkenntnissen gehen die Ermittler inzwischen von einem Fehlalarm aus. Offenbar hat ein technischer Defekt die dramatische Alarmierung ausgelöst. Ein vergleichsweise banaler Auslöser also für einen Polizeieinsatz, der alles andere als banal war.
Die Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Noch muss geklärt werden, wie es zu der folgenschweren Fehlmeldung kommen konnte. Eines steht allerdings bereits fest: Eine tatsächliche Gefahr bestand für Schüler sowie Lehrer zu keinem Zeitpunkt. Eine Nachricht, die an diesem Mittwochvormittag wohl für die größte Erleichterung sorgte. Der Schrecken war groß – der Spuk beruhte zum Glück offenbar nur auf einem technischen Fehler.




