Abwasser fließt in der Zuckerstadt in eine Goldgrube. Der Städtische Abwasserbetrieb Lage hat allein im Jahr 2024 einen Gewinn von rund 2,98 Mio. Euro erwirtschaftet. Davon wurden 2,975 Mio. Euro an die Stadtkasse abgeführt. Zwi­­schen 2010 und 2024 waren es insge­samt rund 23,6 Millionen Euro. Sie sagten schon die Römer vor 2000 Jahren: „Geld stinkt nicht.“ Grafik: Hajo Gärtner mit Hilfe von KI.

Lage. Die Zuckerstadt ist im Kreisvergleich ein superteures Pflaster. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) vergleicht jährlich die Gesamtkosten für einen standar­disierten Musterhaushalt (4 Per­so­nen, 200 m³ Schmutz­was­ser pro Jahr, 130 m² versiegelte Flä­che). Im Vergleich mit der Nach­bar­stadt Lemgo kommt dabei heraus:  Der Musterhaus­halt drückt in der Zuckerstadt jährlich 1228,50 Euro ab, in Lemgo fallen nur 982,60 Euro an. Und die Alte Hansestadt liegt schon über dem lippischen Durch­schnitt (rund 960 Euro). Damit gehört die Zuckerstadt für den Steuer­zahlerbund »zur absol­uten Spitzengruppe der teuer­sten Kommunen« im Lipperland.


Das ändert nichts daran, dass die Verwaltung dem Rat in der Be­triebs­ausschuss-Sitzung, die der Ratssitzung um einen Tag voranging, eine weitere Erhöhung zum 1. Januar vor­geschlägt.

Der Städtische Abwasserbetrieb Lage hat allein im Jahr 2024 einen Gewinn von rund 2,98 Mio. Euro erwirtschaftet. Davon wurden 2,975 Mio. Euro an die Stadtkasse abgeführt. Zwi­­schen 2010 und 2024 waren es insge­samt rund 23,6 Millionen Euro.

Sieht so aus, als biete das Wassergeschäft der Stadt eine kräftig sprudelnde Geldquelle.  Gewinne mit Schmutzwasser? Wie formulierte schon der Römer vor gut 2000 Jahren: »Pecunia non olet“ (»Geld stinkt nicht“). Das sagte Kaiser Vespasian, als er eine Steuer auf öffentliche Latrinen beziehungs­weise den Urinhandel einführte. Sein Sohn Titus soll die Einnah­men als anrüchig kritisiert haben. Vespasian hielt ihm daraufhin Geld unter die Nase und fragte, ob es stinke.