
Augustdorf, Blomberg, Horn-Bad Meinberg, Lage, Schlangen und Detmold. Es gibt Neuigkeiten aus der ostwestfälischen Verkehrswelt, die die Herzfrequenz eines jeden Autofahrers beeinflussen, so oder so: Die „Blitzer“-Familie bekommt Nachwuchs.
Zwei Blitzeranhänger und zwei VW Caddys sind künftig in Augustdorf, Blomberg, Horn-Bad Meinberg, Lage, Schlangen und Detmold nach Pressemitteilung der Stadt Detmold zusätzlich unterwegs. Und nein, sie kommen nicht, um die lippische Landschaft zu fotografieren, sondern um genau das zu tun, was Blitzer am besten können: stillstehen, gucken und sich alles merken.
Noch sind die beiden VW Caddys bloß gemietet – sozusagen Blitzer auf Probe. Doch noch im ersten Quartal dieses Jahres sollen die bestellten Fahrzeuge eintreffen.
Die vier Fahrzeuge werden an 25 neuen Messstellen eingesetzt. Und wer jetzt denkt, das sei reine Schikane oder eine ausgeklügelte Einnahmequelle, dem versichert die neue Verkehrskontrollgemeinschaft: Die Standorte seien alles andere als willkürlich gewählt. Sie lägen ausschließlich im Bereich schützenswerter Einrichtungen – also dort, wo Kinder zur Schule gehen, wo Senioren spazieren oder wo Pflegeheime stehen. Orte also, an denen niemand wirklich möchte, dass ein Auto mit Rennsportambitionen vorbeizischt.
Denn genau dort liegt der Sinn von Geschwindigkeitskontrollen: Sie sollen nicht den Spaß verderben, sondern verhindern, dass aus einem kleinen Moment der Unaufmerksamkeit ein großes Unglück wird. Ein Blitzer ist letztlich kein Feind des Autofahrers, sondern ein Freund der schwächeren Verkehrsteilnehmer – auch wenn diese Freundschaft für die stärkeren manchmal in einem unerwünschten Briefumschlag hereinschneit.
Interessant ist auch die Einigkeit der beteiligten Kommunen. In einem Bericht des sechshäuptigen Kontrollclubs heißt es: „Die Bürger wünschen sich mehr Kontrollen.“ Und damit sind vermutlich nicht die Menschen gemeint, die den Fuß vor dem Ortsausgangsschild auf dem Gaspedal stehen lassen, sondern Eltern, Großeltern, Pflegekräfte und alle, die sich wünschen, heil über die Straße zu kommen.
Man könnte also sagen: Die neuen Blitzer sind keine stillen Spione, sondern gut erzogene Ordnungshüter mit Kamera. Sie erinnern uns daran, dass ein paar Stundenkilometer weniger kaum Zeit kosten, aber im Ernstfall Leben retten können. Und wenn man es positiv sieht, liefern sie auch gleich einen weiteren Nutzen: Sie sorgen für spannende Gespräche am Küchentisch, überraschende Post und die leise Erkenntnis, dass der eigene Tacho vielleicht doch etwas optimistisch eingestellt war.
Am Ende gilt: Wer sich an die Geschwindigkeit hält, hat von Blitzern nichts zu befürchten. Und wer es nicht tut, bekommt zumindest ein Erinnerungsfoto – ganz ohne Lächeln, aber mit klarer Botschaft.









