
Lage. Gut gelaunt begrüßte Elferratspräsident Uwe Rottmann am vergangenen Samstag, 17. Januar, die rund 200 Gäste in der mehr als gut gefüllten Schulaula am Werreanger, die der MGV Liederheim in einen Sitzungssaal verwandelt hatte.
Direkt im Anschluss ging es auch schon mit Thomas „Tobi“ Reiche alias Mops Kuckuck los: Mit seiner Sicht auf die Bürgermeisterwahl läutete er den Abend ein, an dem die Mannen des MGV allseits bekannte Ohrwürmer mit neuen Texten vortrugen.
Dabei klingelten den Politikern von nah und fern bestimmt die Ohren: Zusammen mit Achim Zimmermann Thomes Ludewig und Marvin Detert schlüpfte Reiche in die verschiedensten Rollen und gemeinsam gaben sie ihre Sicht auf die Geschehnisse musikalisch zum Besten. Mit dabei war auch Dirk Detert, der nicht nur mit der Handpuppe, seinem „Blauen Elend“, auf der Bühne stand, sondern sich auch musikalisch auf die emotionale Seite stellte.
Die Beiträge bewegten sich dabei auf einem Niveau, das teilweise sicher auch in die überregionalen Karnevalssitzungen im Fernsehen gepasst hätte: So wurde zu den Klängen von Udo Jürgens „Mit 66 Jahren“ intoniert, dass man mit 70 Jahren eben noch zur Arbeit gehen müsse. An anderer Stelle wurde ein allseits bekannter Song der Hip-Hop-Formation Fettes Brot zu „Lass die Finger von Venezuela“ umgedichtet.
Eines der Markenzeichen dieser Stunksitzung ist eben auch, dass die Künstler hochaktuelle Themen auf die Bühne bringen, bis hin zum Stromausfall in Berlin, den die „ANTIFAnten“ gesanglich kommentierten.
Doch zu einer Karnevalssitzung gehören auch Tanz und andere Darbietungen: So zeigte sich die Tanzgarde der TG Lage einerseits als echte Karnevals-Garde sowie andererseits als die Darsteller des Musicals „Wicked“ und Sitzungspräsident Uwe Rottmann wechselte schon mal den Platz und trat mit seiner alten Formation bei den LiLa-Girls auf.
Erstmals in Lage dabei waren die Formation „Déjà Vu“ aus Bad Salzuflen, die auf der kleinen Bühne keinen „Wackelkontakt“ wie in der Begleitmusik zeigte, sowie das Schwarzlicht-Theater aus Berlebeck, das eine gesamte Lebensgeschichte von 1996 bis heute in wenigen Minuten mit der passenden Musik passieren ließ.
Ihre Liederheimer Bühnenpremiere feierte auch Prinzessin Denise die Erste aus Ahlen mit Anhang auf der Bühne. Die beiden Vereine pflegen schon lange eine persönliche Freundschaft und diesmal ließ auch die Prinzessinnengarde ihre Beine schwingen.
Zwei Ehrungen zum Abschied von der Bühne wurden mit dem großen, goldenen Orden von Liederheim ausgezeichnet: Das war zum einen das Duo um die beiden Ur-Schützen „Martin & Jakob“, alias Erhard Kirchhoff und Michael Krügermeyer-Kalthoff, die sich seit 2014 die Ereignisse in der Region zur Brust genommen hatten und nun jüngeren Künstlern den Platz machen wollen.
Zum anderen ging der große, goldene Orden an Robin Schmidt, der seit mehr als 30 Jahren im Verein als Sänger, Büttenredner und Vereinsvorsitzender aktiv war. Doch Schmidt sieht seinen Abschied von der Bühne eher als kreative Pause und lässt Hoffnung auf eine Rückkehr in den aktiven Karneval.
Im Saal konnte der Sitzungspräsident die Gäste aus nah und fern begrüßen: Allen voran der Elferrat der TG Lage mit dem Prinzenpaar, wobei Prinzessin Michaela an ihrem Geburtstag noch mit einem Ständchen des gesamten Saales gewürdigt wurde. Ebenfalls anwesend waren die Narren des Elferrats der Sunnerbike-Ellerhüchte und der Lagenser Narrenfreiheit bis hin zum AKK Bentrup-Loßbruch.
Am Ende war das Publikum mehr als gut unterhalten und vorzüglich bewacht worden: Weil der automatische Feuermelder bei dem Einsatz der Nebelkanone Fehlalarm geschlagen hatte, war die Brandwache der Feuerwehr persönlich angetreten. Nach der Sitzung spielte DJ Halli noch lange zum Tanz auf, bei dem sich dann die Mitwirkenden und Zuschauer mischten, denn der Karneval kennt beim Feiern keinen Unterschied.









