Gescheiterte Vision: Die BELA („Bürger-Energie-Genossenschaft Lage“) wollte zusammen mit einem Windenergie-Investor auf gepachtetem Land zwei Windräder bauen: in Ohrsen. 500 Meter Abstand zur Wohnbebauung erschien einer Dorfmehrheit aber zu mickrig. Eine Blaupause für Leopoldshöhe: Hier lassen die Verantwortlichen es erst gar nicht zu vehementen Protesten kommen und halten sich an die 1000-Meter-Abstandsregel. Daran scheitert der bisherige Plan. Montage: Gärtner
Leopoldshöhe. Das Dorf Ohrsen im Lagenser Westend lieferte die Blaupause: „Alle Räder stehen still, wenn der Ortsteil das so will.“ Nun hat der Wind auch in Leopoldshöhe erstmal Pause. Die Stadtwerke Bielefeld haben ihre Windkraftpläne eingepackt, den Bauhelm abgesetzt und gesagt: „So nicht.“ Schuld ist nicht etwa Flaute, sondern der neue Mindestabstand von 1.000 Metern – frei nach dem Motto: Windräder ja, aber bitte in sicherer Entfernung. So weit weg, dass die Energiemacher niemanden stören.
Dabei wurde wirklich alles richtig gemacht: frühzeitig geredet, offen diskutiert, transparent geplant, alle abgeholt – Befürworter, Gegner, Zaungäste und vermutlich auch den einen oder anderen Hundespaziergänger. Doch am Ende fehlte das, was ein Windrad mindestens genauso dringend braucht wie Wind: politischer Rückenwind. Und der kam nicht recht auf.
Sebastian Bauer, Pressesprecher und Leiter der Fachabteilung „Unternehmens- kommunikation“ der Stadtwerke Bielelfeld, erläutert den Windrad- Verzicht in Leopoldshöhe.
Die Stadtwerke Bielefeld zeigten sich einsichtig und pragmatisch: Wo kein Konsens weht, da dreht sich auch kein Rotor. Stattdessen konzentriert man sich nun auf Orte, an denen Energiewende und Gemeinderat sich freundlich zunicken und gemeinsam sagen: „Ja, machen wir.“
Bürgermeister Prof. Dr. Martin Hoffmann blickt derweil mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf das gestoppte Projekt. Einerseits schade ums Geld, das der Gemeindekasse bei steifer Brise gutgetan hätte. Andererseits gilt: Demokratie ist Demokratie – und manchmal läuft sie eben im Energiesparmodus.
Unterm Strich bleibt festzuhalten: Leopoldshöhe hat sich entschieden, lieber nicht den Wind ins Gesicht geblasen zu bekommen. Die Energiewende zieht weiter – dahin, wo sie willkommen ist: an einen geeigneteren Platz für Rotoren. Und der Wind? Der weht trotzdem unverdrossen, wird halt nur woanders abgeerntet.
Ich bin ein Zwitterwesen. Ein halbes Arbeitsleben lang Lehrer, die andere Hälfte Journalist. Und immer beides zugleich: Als Deutschlehrer habe ich meinen Schülern eine praktische Nutzung der Sprache abverlangt und mit ihnen „Zeitung in der Schule“ veranstaltet. Als Journalist in verschiedenen Tageszeitungen haben mich immer die Schüler dort – die sogenannten Volontäre – interessiert, denen ich unbedingt etwas beibringen wollte.
Jenseits der Ruhestandsgrenze mache ich nun auf Freier Mitarbeiter, statt die Füße hochzulegen. Warum? Weil ich’s kann und weil das Gehirn auf Touren gehalten werden will. „Die Realität ist immer zu wenig“, haben die Romantiker gesagt und hatten recht. Durch dokumentierende Aneignung mache ich mehr daraus: Realität wird gewissermaßen zur „Wirklichkeit“ potenziert. Deshalb habe ich eine eigene Online-Zeitung für Lage ins Leben gerufen: lage-aktuell.de Ich beanspruche den Titel: Nachhaltigster News-Lieferant für Lage (NNL). Deshalb arbeite ich ganz eng mit der LWZ zusammen. Artikel bleiben hier lange sichtbar und landen nicht – wie die Tageszeitung – sofort nach der Lektüre im Altpapier.
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