
Der Schwarzmeer-Kosaken-Chor, den Orloff seit Jahrzehnten leitet und mit dem er unzählige Erfolge feierte, gastiert am 12. April ein letztes Mal in der Kirche St. Johann in Lemgo. Das Konzert ist bereits ausverkauft.
Orloff, am 12. März 1944 in der Alten Hansestadt geboren, ist für viele Musikliebhaber ein Name von besonderem Gewicht. Er schrieb große Hits für Stars wie Peter Maffay, Bernd Clüver, Heino, Freddy Quinn oder Julio Iglesias, darunter Klassiker wie „Du“ oder „Der Junge mit der Mundharmonika“. Insgesamt erreichte er 18 Chartnotierungen und erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Goldene Schallplatten. Erfolge, die ihm den Titel „König der Hitparaden“ einbrachten.
Doch auch als Solist war Orloff regelmäßig präsent: im Schlager, auf Tour und im Fernsehen, zuletzt etwa bei Andy Borg. 2019 machte er im RTL-Dschungelcamp auf sich aufmerksam und zeigte dort, wie trainiert er selbst im Alter ist. Dass er trotz seiner 81 Jahre immer noch topfit ist, erzählte er auch kürzlich im TV: Jeden Tag absolviere er 81 Liegestütze und habe auf Reisen stets seine Hanteln dabei.
Seine musikalische Laufbahn ist eng mit der Geschichte des Schwarzmeer-Kosaken-Chors verknüpft. Sein Vater Nicolai Orloff, Geistlicher und aus einem russischen Adelsgeschlecht stammend, war 1938 Mitbegründer des Chores. Peter Orloff trat bereits als 14‑Jähriger als jüngstes Mitglied bei, mit 17 war er Solosänger, eine außergewöhnliche Karriere, in der er später den höchsten Rang im Ensemble bekleidete: den „Atamann“, das traditionelle Oberhaupt unter den Kosaken.
Nach 67 Jahren Bühnenpräsenz und unzähligen Höhepunkten folgt nun der große Abschied. Orloff veröffentlichte 2024 sein letztes Album, die „Goldene Jubiläums-Edition“, und fasste schließlich den Entschluss, die Geschichte des Ensembles mit einer großen Abschiedstournee durch ganz Deutschland zu krönen.
Der Schwarzmeer-Kosaken-Chor besteht seit jeher aus hochdekorierten Künstlern aus Russland, Weißrussland und der Ukraine – eine Besetzung, die in Zeiten politischer Spannungen die verbindende Kraft der Musik symbolisiert. Orloff betont immer wieder: „Musik kann über Grenzen hinweg Menschen berühren und dazu bewegen, an einer besseren Zukunft mitzuwirken.“
Für das Lemgoer Konzert kündigt er ein „zutiefst emotionales Erlebnis“ an, das Herzen berühren und unvergessliche Erinnerungen schaffen werde. Das Repertoire umfasst nicht nur traditionelle russische Klassiker, sondern auch bekannte zeitlose Werke, die das Ensemble über Jahrzehnte hinweg geprägt hat.
Wenn am 12. April in der Kirche St. Johann die Stimmen des legendären Chores ein letztes Mal erklingen, schließt sich ein musikalischer Kreis, und Lemgo erlebt den Abschied eines seiner berühmtesten Söhne.








