
Schlangen-Kohlstädt. In der Straße Am Fichtenhain brannte es am Dienstagmittag, 17. März, gegen 13.50 Uhr in einem Mehrfamilienhaus. Der Brand schlug augenscheinlich von einem «Wäscheraum» des Hauses in einen weiteren Raum über, in dem sich eine Sauna befand. Alle Bewohner konnten das Haus rechtzeitig verlassen. Ein 73-jähriger Bewohner versuchte zunächst, selbst den Brand zu löschen und erlitt dabei leichte Verletzungen. Der Rettungsdienst brachte ihn in ein Krankenhaus. Das Haus ist vorerst nicht mehr bewohnbar.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache übernommen. Nach ersten Erkenntnissen gehen die Ermittler davon aus, dass der Brand durch einen technischen Defekt im «Wäscheraum» entstanden ist, in dem sich Waschmaschinen und Trockner befanden. Die Schadenssumme wird auf einen niedrigen sechsstelligen Bereich geschätzt.
Aufgrund des Einsatzstichwortes und der massiven Brandausbreitung und Rauchentwicklung wurde das Alarmstichwort schnell auf „Feuer 4“ erhöht, wodurch neben den alarmierten Kräften aus Kohlstädt, Schlangen und Bad Lippspringe (Gelenkmast*) zusätzlich noch die Löschgruppe Oesterholz, ein weiteres HLF der Feuerwehr Bad Lippspringe, sowie ein HLF der Feuerwehr Horn-Bad Meinberg hinzugerufen wurden. Ebenfalls wurde der Abrollbehälter «Atemschutz» vom Kreis Lippe aus Lemgo nachbeordert.
Durch die massive Brandausbreitung und Hitzeentwicklung im Keller des Wohnhauses mussten sich die im Innenangriff eingesetzten Einsatzkräfte immer wieder nach draußen zurückziehen und die Brandbekämpfung von außen weiterführen. Schlussendlich konnte der Brand durch die Einsatzkräfte aber eingedämmt und gelöscht werden. Das Wohnhaus wurde durch die Rauch- und Hitzentwicklung allerdings so in Mitleidenschaft gezogen, dass es derzeit unbewohnbar ist. Die Brandursachen-Ermittlung der Polizei dauert an.
Insgesamt waren im Laufe des Einsatzes sieben Trupps (á zwei Personen) unter schwerem Atemschutz im Gebäude. Nachdem die Einsatzkräfte unter Atemschutz aus dem Einsatz kommen, werden sie noch an der Einsatzstelle unter besonderen Schutzmaßnahmen entkleidet und dekontaminiert, um eine Verschleppung der Schadstoffe zu vermeiden, die sich während des Einsatzes auf der Kleidung und Ausrüstung der Einsatzkräfte niederschlagen.
Alles in allem dauerte der Einsatz ca. 3,5 Stunden. Nachdem der Einsatz abgearbeitet war, galt es, die Fahrzeuge wieder einsatzbereit zu machen. Dazu müssen Atemschutzgeräte geprüft und getauscht werden, benutzte Schläuche werden getauscht und benutzte Einsatzgeräte geputzt.
*Ein Gelenkmast (auch Teleskopgelenkmast, TGM/TMF) bei der Feuerwehr ist ein Hubrettungsfahrzeug mit einem teleskopierbaren Ausleger und einem Gelenkteil, das eine große Rettungshöhe (oft 32m+) und hohe Flexibilität bietet. Es dient der Menschenrettung, Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung, besonders wenn Drehleitern aufgrund von Hindernissen an ihre Grenzen stoßen.




