
Lemgo-Voßheide. Ein breites Bündnis aus Tierschutzorganisationen, Initiativen, Fachleuten und engagierten Einzelpersonen, hat Strafanzeige gestellt bei der Staatsanwaltschaft Detmold gegen die Verantwortlichen der Schliefenanlage Lemgo-Voßheide.
Hintergrund sind gravierende tierschutzrechtliche Verstöße, die im Januar 2026 zur Beschlagnahmung der dort gehaltenen Füchse, durch den Kreis Lippe führten. Die Tiere wurden aufgrund erheblicher Missstände aus der Anlage entnommen und anderweitig untergebracht.
Das Verwaltungsgericht Minden bestätigte diese Maßnahme im März 2026 und wies einen Eilantrag des Teckelklubs gegen die Beschlagnahmung zurück. In der gerichtlichen Begründung wird auf ein amtstierärztliches Gutachten verwiesen, das schwerwiegende Mängel dokumentiert, darunter unzureichende Versorgung der Tiere, mangelhafte Hygiene, fehlende Rückzugsorte sowie deutliche Verhaltensstörungen.
„Die nun vorliegenden Erkenntnisse zeigen ein erschütterndes Ausmaß an Tierleid“, erklärt der Verein „Unsere Hände für viele Pfoten“. „Wir sehen uns daher alle in der Verantwortung, diesen Fall strafrechtlich aufarbeiten zu lassen.“
Die Anzeige stützt sich insbesondere auf den Verdacht eines Verstoßes gegen § 17 des Tierschutzgesetzes (TierSchG), wonach das Zufügen länger anhaltender, erheblicher Leiden strafbar ist.
Darüber hinaus wird auch die grundsätzliche Praxis der Schliefenanlage kritisiert: Füchse werden dort zur Ausbildung von Jagdhunden eingesetzt und wiederholt erheblichen Stress- und Angstsituationen ausgesetzt.
Nach Auffassung der Unterzeichnenden ist diese Form der Ausbildung mit einem modernen Tierschutzverständnis nicht vereinbar.
Mit der Strafanzeige verfolgen die Beteiligten auch ein übergeordnetes Ziel:
Eine grundsätzliche, rechtliche Klärung zu erreichen die bewirkt, dass derartige Praktiken künftig konsequent unterbunden werden.
Unterstützt wird die Anzeige von zahlreichen Organisationen, Initiativen und namhaften Persönlichkeiten aus dem Tierschutz, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft.
Das Bündnis fordert eine umfassende, strafrechtliche Aufklärung, sowie klare Konsequenzen für die Verantwortlichen. Gleichzeitig wird an Politik und Behörden appelliert, die bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen grundlegend zu überprüfen und ein Verbot von Schliefenanlagen im Sinne eines modernen Tierschutzes auf den Weg zu bringen.




